Neues aus Medizin & Wissenschaft

 

Magenschutz-Medikamente

Experten warnen vor unkontrollierter Einnahme

Magensäureblocker reduzieren die Produktion von Magensäure, lindern Sodbrennen und unterstützen das Abheilen einer geschädigten Magenschleimhaut. Eine aktuelle Studie der MedUni Wien konnte anhand von quantitativen Verschreibungsdaten aus Österreich nachweisen, dass Magenschutzmedikamente (vor allem sogenannte Protonenpumpenhemmer, auch PPI) mit der nachfolgenden Verschreibung von Allergie-Medikamenten in Zusammenhang stehen. Der Zusammenhang war deutlich, erklärt Erstautorin Galateja Jordakieva: „Wer magenschonende Mittel wie Protonenpumpenhemmer einnimmt, erhöht sein Risiko für behandlungsbedürftige allergische Symptome um das Zwei- bis Dreifache“. Die Erklärung: Die Magensäure erfüllt eine wichtige Funktion im Verdauungstrakt. Die darin enthaltenen säureabhängigen Enzyme spalten Proteine der Nahrungsmittel auf und führen sie der Weiterverwertung zu. Außerdem dient sie als Barriere gegen Bakterien und andere Krankheitserreger. Wenn diese Funktionen aufgrund der geblockten Magensäureproduktion reduziert sind, können Al-lergene unverarbeitet in den Darm vordringen. Das kann Allergien auslösen beziehungsweise verstärken. Studienleiterin Erika Jensen-Jarolim warnt deshalb vor unkontrollierter Einnahme: „Die sogenannten ‚Magenschoner‘ sollte man nicht länger als nötig einsetzen!“ 

Dicke Kinder bleiben dick

Wie sehr man bereits im Kindesalter auf die Ernährung achten sollte, belegt eine Studie aus Leipzig (D): 53 % der untersuchten Kinder, die im Alter von fünf Jahren adipös waren, entwickelten sich zu übergewichtigen oder adipösen Jugendlichen. Hatten die Kinder bereits ab dem dritten Lebensjahr Übergewicht, blieben ganze 90 % von ihnen auch als Jugendliche dick. Allgemein kam es bei den adipösen Jugendlichen bereits im Alter zwischen zwei und sechs Jahren zum größten Anstieg des jährlichen BMI (Body-Mass-Index, sprich: Körpermasseindex). Laut der Studie entwickelten auch jene Jugendliche stärker Adipositas, die bereits bei der Geburt mehr wogen als der Durchschnitt. Untersucht wurden die Daten von insgesamt 85.701 Kindern bzw. Jugendlichen (0 bis 18 Jahren).   

Hörprobleme schlagen sich aufs Herz

Massive Hörprobleme erhöhen nicht nur das Risiko, an einer Depression zu erkranken, sondern auch, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln – so das Ergebnis einer Studie aus Indiana/USA, an der 623.416 erwachsene Personen teilnahmen: Jene, die über massive Schwerhörigkeit klagten, wiesen deutlich öfter zusätzliche Probleme wie Bluthochdruck, eine koronare Herzkrankheit oder einen in der Vergangenheit erlittenen Schlaganfall oder Herzinfarkt auf als die Probanden ohne Hörprobleme. Als Grund geben die Forscher psychische Belastungen an, über die der Großteil der Hörgeplagten zusätzlich klagt. Der Zusammenhang zwischen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und Hörproblemen dürfte also ein indirekter sein.

Obst und Gemüse schützen vor Brustkrebs

US-amerikanische Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Genuss von Obst und Gemüse und dem Auftreten von Brustkrebs bei Frauen. 182.145 Frauen zwischen 27 und 59 Jahren nahmen an der Studie teil. Jene Probandinnen, die mehr als 5,5 Portionen Gemüse und Obst am Tag zu sich nahmen, wiesen gegenüber den Frauen, die weniger als 2,5 Portionen am Tag aßen, ein deutlich geringeres Risiko auf, an Brustkrebs zu erkranken. Besonders schienen sie vor Hormonrezeptor-negativem Brustkrebs geschützt zu sein, also einem Brustkrebs, der nicht durch Hormone beeinflusst wird. Als besonders gesund zeigten sich gelbes und oranges Gemüse (u. a. Kürbis, Paprika) sowie Kreuzblütler-Gemüse (z. B. Brokkoli, Rettich, Kohl und Radieschen).  

Zahl des Monats 308…

Euro geben die Österreicher durchschnittlich für eine neue Brille aus, so eine aktuelle Analyse des Augenoptik-Markts in Österreich. Frauen und über60-Jährige greifen für eine Brille besonders tief in die Tasche. Insgesamt leistete sich rund ein Viertel der erwachsenen Brillenträger (952.500 Menschen ab 16 Jahren) 2018 eine neue Brille. 24 % davon entschieden sich für eine Zweitbrille.

Arthritis erhöht Risiko für bipolare Störung

Laut einer aktuellen Studie aus Taiwan erhöhen Autoimmunerkrankungen das Risiko für bipolare Störungen. Untersucht wurden 65.498 Patienten mit systemischer Autoimmunerkrankung und 261.992 Kontrollpersonen. Besonders Probanden mit rheumatoider Arthritis, aber auch mit Vaskulitis, Morbus Crohn, Sicca-Syndrom sowie systemischem Lupus erythematodes wiesen besonders häufig eine bipolare Störung auf. Noch höher war das Risiko, wenn die Probanden jung und weiblich waren. Eine bipolare Störung charakterisiert sich durch schwere manische (euphorische) und depressive Stimmungsschwankungen. 

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