Neues aus Medizin & Wissenschaft

Diabetes: Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen

Diabetiker weisen ein höheres Risiko auf, bereits vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs zu erkranken.

Diabetes und Darmkrebs haben einige Risikofaktoren gemeinsam, etwa Fettleibigkeit, Bewegungsmangel und Stoffwechselstörungen. Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg (D) werteten deshalb insgesamt 12,6 Millionen Daten von nach 1931 geborenen schwedischen Bürgern inklusive deren Eltern aus. Diese weltweit größte Datenbank ihrer Art zeigte deutlich, dass bei Diabetikern das Risiko für Darmkrebs in allen Altersgruppen erhöht war.

  • Die Gefahr, in jungen Jahren an Darmkrebs zu erkranken, war bei Diabetikern ohne Verwandte mit Darmkrebs ähnlich hoch wie bei familiär vorbelasteten Nicht-Diabetikern.
  • Diabetiker, bei deren Verwandten ersten Grades Darmkrebs diagnostiziert worden war, hatten gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein etwa siebenfach erhöhtes Risiko, bereits unter 50 Jahren selber Darmkrebs zu entwickeln. Die Ärzte und Wissenschafter empfehlen daher Menschen mit Diabetes, unbedingt die Möglichkeiten zur Darmkrebsfrüherkennung wahrzunehmen, spätestens ab dem 50. Lebensjahr.

 

Psoriasis: Immer noch Vorurteile!

Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) werden gesellschaftlich trotz zahlreicher AwarenessKampagnen immer noch ausgegrenzt und stigmatisiert – das beweist eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (D). Die Wissenschafter führten dazu 2017 und 2018 zwei Telefonumfragen mit je 2.000 Personen, die nicht an Psoriasis erkrankt sind, durch. Die Ergebnisse: 74 Prozent der Befragten waren zwar der Meinung, dass Psoriasis-Betroffene einen gesellschaftlichen Nachteil hätten, ganze 69 % sagten aber auch aus – hier vor allem ältere sowie männliche Befragte –, dass die meisten Menschen Psoriasis abstoßend finden. 59 % würden Betroffene nicht berühren wollen und 45 % waren gar der Meinung, dass sich Menschen mit Psoriasis besser pflegen sollten. Diese Aussage tätigten vermehrt junge Befragte sowie jene mit einem niedrigen Bildungsniveau. 

Schlank bleiben nach der Diät

Das Klinikum St. Georg in Leipzig (D) befragte 88 fettleibige (adipöse) Frauen und Männer, die in den vorhergegangenen zwölf Monaten deutlich an Gewicht verloren hatten, nach den größten Hürden und Herausforderungen, wenn es darum geht, das erreichte Gewicht auch tatsächlich langfristig zu halten. Dabei kristallisierten sich deutlich vier Faktoren heraus: „Heißhunger“, „Binge-Eating“ (unkontrollierte Essattacken), „mentaler Stress“ sowie „Demoralisierung“ (sprich: Entmutigung durch andere). Die Hürden, die laut den Studienautoren am schwersten zu bezwingen sind, waren „mentaler Stress“ und das oftmals damit verbundene „Binge-Eating“.

Zahl des Monats 145

Das ist die Anzahl der Krankheiten, gegen die forschende Pharma- und Biotech-Unternehmen, die Mitglieder des „Verbands der forschenden PharmaUnternehmen in Deutschland“ (vfa) sind, aktuell Medikamente entwickeln. Diese sollen bis spätestens Ende 2023 ihre Zulassung erhalten. Im Mittelpunkt steht der Krebs: 44 verschiedene Krebsarten sollen mit den neuen Medikamenten in unterschiedlichen Krankheitsstadien besser behandelbar werden (allen voran nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs). Geforscht wird u. a. auch an Asthma, Alzheimer und HIV.

So schläft Österreich

Das biopharmazeutische Unternehmen Sanofi befragte weltweit über 7.000 Menschen in 7 Ländern zu den Themen Schlafverhalten und Schlafqualität. In Österreich nahmen 1.000 Personen an der Online-Umfrage teil. Die „heimischen“ Ergebnisse: Für rund ein Fünftel aller befragten Österreicherinnen und Österreicher lag die letzte erholsame Nacht bereits bis zu sechs Nächte zurück. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen hatte sogar ein Viertel der Befragten in der vergangenen Woche bis zu sechs Nächte nicht gut geschlafen. Auffallend: 8,5 % der Frauen konnten sich überhaupt nicht erinnern, wann sie zuletzt gut geschlafen hatten. Bei den Männern waren es 5,3 %. Die Hälfte der befragten Österreicher war in der Nacht vor der Befragung aufgewacht. Diese Prozentzahl nimmt mit dem Alter der Befragten zu. Weltweit gesehen sucht nur ein Drittel der an Schlafstörungen leidenden Menschen professionelle Hilfe.

Antibiotika machen Säuglinge dick

Chinesische Forscher führten eine groß angelegte Metastudie durch, die 23 internationale Studien mit mehr als einer Million Probanden umfasste. Sie gingen der Frage nach, ob Antibiotika während der Schwangerschaft das Risiko erhöhen, dass die Kinder in den darauffolgenden Jahren übergewichtig oder adipös werden. Laut der Studie ist dies tatsächlich der Fall, allerdings nur dann, wenn die Mütter im zweiten Trimester Antibiotika einnahmen. Unabhängig davon war auch bei Kindern im Säuglingsalter die Gefahr von Übergewicht bzw. Adipositas größer, wenn sie Antibiotika bekamen, berichten die Wissenschafter. 

 

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