Neues aus Medizin & Wissenschaft

 

Risoko der Übermedikation steigt mit dem Alter

ls Polypharmaziepatienten gelten Betroffene, die regelmäßig mindestens fünf verschiedene Medikamente einnehmen. „Je älter wir werden, umso mehr Mittel bekommen wir für unsere Leiden verschrieben“, erklärt Andreas Sönnichsen, Leiter der Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin der MedUni Wien. „Ab einem Alter von 80 Jahren ist bereits jeder Zweite ein Polypharmaziepatient.“ Die Gefahr dabei: Mit jedem zusätzlichen Medikament steigt das Risiko für Interaktionen der Wirkstoffe untereinander und für unerwünschte Nebenwirkungen. Eine große europäische Studie unter Sönnichsens Leitung zeigte auf, dass 97 % aller untersuchten Polypharmaziepatienten (im Schnitt 10 Medikamente) zumindest einen Fehler in ihrer Medikation aufweisen. „Oft sind es sogenannte Verschreibungskaskaden, die dazu führen, dass ein Symptom nicht als Nebenwirkung eines Medikaments erkannt wird und gegen diese Nebenwirkung ein neues Mittel verschrieben wird“, erklärt der Experte. Dieses Risiko entstehe schnell, wenn Menschen von unterschiedlichen Ärzten behandelt werden. Sönnichsens Lösungsvorschlag: „Beim Hausarzt muss die vollständige Medikation der Patienten zentral administriert werden. Dadurch wird es Ärzten ermöglicht, auf Datenbanken zurückgreifen zu können, welche die gesamte Medikation analysieren.

Männergesundheit: mediales Stiefkind

Im deutschsprachigen Raum wurde in den vergangenen zwei Jahren in Frauenzeitschriften doppelt so häufig über stress- und altersbedingte Symptome berichtet wie in Magazinen für Männer. Das ergab eine Studie der deutschen Gesundheitsplattform Spring. Weitere Erkenntnisse: Mit männlicher Sexualgesundheit, wie u. a. Erektionsstörungen, beschäftigten sich in deutschsprachigen Männermedien nur 37 Artikel (jedoch berichten auch Frauenzeitschriften nur selten über sexuelle Gesundheit). Insgesamt wird männliche Sexualgesundheit in den USA achtmal häufiger thematisiert als in Österreich, Deutschland und der Schweiz. 

Straßenlärm löst Diabetes aus

… das belegte nun eine Schweizer Studie. Alle 2.631 Probanden lebten zwischen 2002 und 2011 am gleichen Ort in der Schweiz. 2011 erkrankten 4,2 % der Probanden an Diabetes. Das Risiko war hierfür um 35 % erhöht, wenn die Personen permanent viel Lärm durch Straßenverkehr ausgesetzt waren. Noch schlimmer erwies sich Flugzeuglärm: Hier entwickelten 86 % der Teilnehmer Diabetes, wenn die durchschnittliche jährliche Lärmbelastung hoch war. Zusätzlich stieg das Diabetesrisiko der Probanden an, wenn diese an allgemein schlechter Schlafqualität litten oder bei offenem Fenster schliefen. Eine Erklärung, wieso sich Lärm auf Diabetes auswirkt, lieferten die Forscher aber nicht. 

Zahl des Monats 83…

… Prozent der Österreicher stehen dem Impfen positiv gegenüber, als Impfgegner bezeichneten sich nur 7 %. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller, 2.000 Personen nahmen teil. Die Grippeimpfung sieht man nach wie vor eher skeptisch, bei der Pneumokokken-Impfung als auch bei der HPV-Impfung wünschen sich die Österreicher mehr Aufklärung vom Hausarzt.

COPD schlägt aufs Herz

Laut der aktuellen deutschen COSYCONET-Studie mit mehr als 2.700 COPD-Patienten als Probanden nehmen nur 10 bis 20 % der COPD-Betroffenen nicht-medikamentöse Behandlungs- und Präventionsangebote, wie zum Beispiel Lungensportgruppen oder Physiotherapie, in Anspruch. Auch Programme zur Raucherentwöhnung – immerhin der wichtigste Aspekt der Prävention – werden nur von einem Viertel der rauchenden COPD-Patienten besucht. Weiters zeigte die Studie den Einfluss der Lungenerkrankung auf das Herz der Patienten: Die linke Herzkammer sei bei COPD-Patienten oft verkleinert, so die Forscher. Außerdem ändere sich durch die Überblähung der Lunge die Lage des Herzens im Brustkorb. 

Heißer Tee: Krebsgefahr!

Wer regelmäßig mehr als 0,7 Liter Tee bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad trinkt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Das belegte nun eine Studie von der Teheran University of Medical Sciences in Iran. Die heiße Flüssigkeit verletzt die Speiseröhre, was zur Folge hat, dass sich deren Gewebe entzündet. Dabei könne das Erbgut direkt verändert oder die Bildung krebserregender Substanzen verstärkt werden, so die Forscher. An der 13-jährigen Studie nahmen mehr als 50.000 Männer und Frauen teil. 

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