„Neue Therapien wirken exzellent“

Licht am Horizont. Personen, die von Neurodermitis betroffen sind, profitieren von modernen Behandlungsformen

Eine österreichweite Online-Umfrage zeigt, dass bei Menschen, die von Neurodermitis betroffen sind, gravierende Wissenslücken über ihre Erkrankung herrschen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es aber wichtig, den Verlauf und mögliche Therapieformen zu kennen. Im Interview gibt OA Dr. Martin Zikeli von der Abteilung für Dermatologie und Venerologie am Landesklinikum Wiener Neustadt Auskunft. 

Was versteht man unter Neurodermitis? 
Dr. Martin Zikeli: Neurodermitis oder atopische Dermatitis ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung. Ursache ist eine genetische Veranlagung für eine gestörte Funktion der Hautbarriere mit trockener, empfindlicher Haut und eine überschießende Reaktion des Immunsystems. 

Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar? Neurodermitis geht mit geröteten, schuppigen Hautveränderungen und starkem Juckreiz einher. Je nach Alter treten die Ekzeme oft an typischen Stellen auf, z.B. an Wangen, Stamm und Extremitätenstreckseiten bei Säuglingen oder beugeseitig bei Jugendlichen. Bei Erwachsenen finden sich häufig Handekzeme und Hautveränderungen die durch chronisches Kratzen entstehen. Oft kommt es begleitend zu Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen oder Asthma. 

Was sind die Auslöser? Die Ursache von Neurodermitis ist ein fehlgeleitetes Immunsystem und eine defekte Hautbarriere. Schübe treten allerdings oft aufgrund vonTriggerfaktoren wie Stress, trockenes Klima, Schwitzen und Infekte auf. Eine Vermeidung der Trigger hilft gegen Schübe, aber bekämpft die Neurodermtitis nicht ursächlich. 

Was bedeutet die Diagnose für die Patienten? Neurodermitis verursacht eine enorme Beeinträchtigung der Lebensqualität. Aufgrund des quälenden Juckreizes kommt es zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Wunde Stellen verursachen Schmerzen v.a. bei Kontakt mit Wasser oder Desinfektionsmittel an den Händen. Die Ekzeme beeinflussen die Wahl der Kleidung, die Freizeitaktivitäten und sogar die Berufswahl. Soziale Kontakte werden nicht selten vermieden und es kann zu Depressionen kommen. Die Behandlung der Haut durch häufiges Eincremen nimmt viel Zeit in Anspruch. 

Welche Therapie gibt es? Die Basistherapie bilden Pflegecremen und möglichst die Vermeidung schubauslösender Faktoren. Diätologische oder psychologische Maßnahmen können im Einzelfall hilfreich sein. Bei Ekzemen helfen Salben mit Kortison in ausschleichender Dosierung und Calcineurininhibitoren. Eine Phototherapie mit UVB-Licht hat juckreizlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Neue Behandlungsmöglichkeiten gibt es in Form von Biologika – das sind biotechnologisch hergestellte Antikörper, die gezielt einen einzigen Punkt im Immunsystem blockieren – und Januskinase (JAK)-Inhibitoren. Darunter versteht man Medikamente, die mehrere Botenstoffe des Immunsystems gleichzeitig hemmen. Biologika werden als subkutane Injektionen in unterschiedlichen Intervallen verabreicht, JAK-Inhibitoren täglich in Tablettenform eingenommen. Beide Arzneimittelgruppen zeichnen sich durch eine exzellente und anhaltende Wirksamkeit aus, sowie durch ein sehr gutes Sicherheitsprofil auch bei Langzeitanwendung. Die meisten meiner Patientinnen und Patienten sind mit diesen modernen Therapien sehr glücklich. Eine Patientin, die 40 Jahre unter Neurodermitis gelitten hatte und nach drei Monaten Behandlung zur Kontrolle kam, drückte es so aus: „Ich habe ein neues Leben!“

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