Mit Herz & Seele

Die eloquente Brünette mit ihrem Markenzeichen Pagenkopf ist das Aushängeschild des ORF und so etwas wie die Problemlöserin der nation. Zahlreiche Sendeformate wurden extra auf sie zugeschnitten, weil die Sympathieträgerin mit ihrer Kompetenz in Sachen soziales Engagement punktgenau den nerv der Zeit trifft. Barbara Stöckl zeigt in ihren Talks, Shows, Büchern und Kolumnen humanitäre Missstände auf, macht Mut, gibt Hoffnung, ist Mittlerin zwischen den Generationen und schlägt soziale Brücken. Den oft missbräuchlich verwendeten Begriff „Gutmensch“ nimmt sie liebend gerne für sich in Anspruch. Denn der nachdenkliche und bewusst lebende Privatmensch Stöckl verabscheut nichts mehr als oberfl ächlichkeit und Unverbindlichkeit. „Was soll bitte daran falsch sein, tugendhaft und barmherzig zu sein?“, fragt sie sich kopfschüttelnd.

Dass ihr eigenes, seelisches und körperliches Wohlbefinden trotz beruflicher Anspannung und vollem Terminkalender immer im Gleichgewicht bleibt, liegt am Zusammenspiel verschiedener Faktoren. „Bewegung nimmt bei mir den allerhöchsten Stellenwert ein, noch vor der gesunden Ernährung“, erklärt sie, während sie manchmal auch nur so daliegt, um vor sich hin zu schauen. Das ist neben dem Lesen und dem Schreiben eben Entspannung à la Stöckl. „Jeder Mensch muss für sich das Seine finden. Für seine Lebensfreude ist jeder selbst verantwortlich“. Am Küniglberg wird indes heftig an einer neuen Stöckl- Show getüftelt. „Ich freue mich schon auf kommende Herausforderungen und lass mich überraschen.“

Barbara Stöckl lebt …

… schlau. Sie fahren berufl ich immer volle Power. Wie fi nden Sie trotzdem noch Schlupflöcher, um auf Ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen?
Früher habe ich Power immer mit Gas geben gleichgesetzt. Heute weiß ich, es kommt auf die richtige Balance aus Spannung und Entspannung, sprich ruhe und Bewegung an – beide Seiten der Waage sollten ausgeglichen sein. Schlau zu sein heißt nicht nur, vordergründig das Hirn einzuschalten, sondern permanent die geistige Herausforderung, etwa durch Lesen oder anregende Gespräche zu suchen.

… schön. Wir blenden zurück ins Jahr 1985, als sie erstmals als Moderatorin auftraten. Wie bewahren Sie Ihre jugendlich natürliche Ausstrahlung?
Lacht … dafür sind nivea-Creme und die Gene von meinen Eltern verantwortlich. Privat schminke ich mich gar nicht. Wenn man in den Spiegel schaut, sollte man sich nicht schön machen, sondern sich mögen und sich schön fi nden. Es existieren ja keine normen, so fi nde ich oft alte Menschen sehr schön. Wichtiger als Ideale zu erfüllen, sind ein gewisses Strahlen, natürlichkeit und Echtheit, nur das hat mit Leben zu tun.

… gut. Sie sind heute fitter und schlanker denn je. Es ist bekannt, dass Sie mit Gewichtsschwankungen zu kämpfen hatten. Meiden Sie jetzt Ess-Sünden?
Meine Ernährung habe ich schon länger umgestellt, indem ich Zucker und Weißmehl reduziere, zugunsten von reichlich obst und Gemüse. Die Gewichtsschwankungen hängen davon ab, ob ich gerade eine süße Phase durchlebe. Schwach werde ich immer noch bei Vanillepudding. Meiner Ansicht nach wird das mit den überschüssigen Kilos grundsätzlich vollkommen überbewertet!

… gesund. Ihr enormes Arbeitspensum ist sicher auch körperlich strapaziös. Hand aufs Herz: Lassen Sie sich regelmäßig durchchecken?
Aber natürlich. Ich gehe brav zum Frauen- und zum Zahnarzt und als gefährdeter Hauttyp, lasse ich jede Hautveränderung abklären. Bei mir wird konsequent vorgebeugt. Dabei spielt auch die Pfl ege der Seele, als Pendant zur Körperpfl ege eine große rolle. Geist, Körper und Seele, das darf man nicht trennen. Ich halte viel vom Mix aus Ganzheits- und Schulmedizin. Wichtig ist mir, dass mich ein Arzt als Mensch und nicht bloß als Patient sieht.

… aktiv. Wie man hört, praktizieren Sie Pilates. Wie halten Sie es mit „normalem“ Sport im Allgemeinen und im Speziellen?
Sport ist mir ganz, ganz wichtig, mit vielen Ausrufungszeichen! Bewegung ist für mich die Heilmethode nummer eins. Pilates hat mir wiederholt über Gesundheitsprobleme hinweggeholfen, etwa nach einem Bandscheibenvorfall. Und Laufen gehe ich auch bei nebel und Schnee, es würde sonst richtig fehlen. 2009 war ein schwieriges Jahr für mich, ich bin deshalb sehr viel laufen gegangen …

… bewusst. Beruflich sind Sie oft mit Menschen konfrontiert, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. nimmt man die Probleme mit nach Hause?
Das lässt sich kaum trennen. Schicksalsschläge machen mich sehr demütig. Um sie nicht zu nahe an mich herankommen zu lassen, habe ich mir einen professionellen Umgang aneignen müssen. Ich bewundere alle, die sich trauen, auf ihre Wunden hinzuschauen. Dadurch wird man gestärkt und wächst. Ein Phänomen der Jetztzeit ist die erschreckende Unverbindlichkeit. Meine Maxime lautet, nur noch das zu machen, was hält.

BIOGRAFIE
Barbara Stöckl kam 1963 in Wien als drittes von fünf Kindern zur Welt. Nach dem Sportgymnasium studierte sie technische Mathematik. 1985 firmierte sie bei der Jugendsendung „Okay“ als Moderatorin. Es folgten „XLarge“, „Live am Samstag“, Spendengalas für „Licht ins Dunkel“ und „Nachbar in Not“ und „help tv“. Vielen ist sie auch noch aus der „Millionenshow“ in Erinnerung. Das aktuelle Talkmagazin der ORF-Lady, Autorin, Kolumnistin und Filmproduzentin heißt „Stöckl am Samstag“.

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