Mit frischem Schwung in den Frühling

Es ist paradox: Sobald der Frühling seine zarten Fühler auszustrecken beginnt, scheint die ganze Welt am Erwachen zu sein. Erste Blumen sprießen aus dem noch harten Boden, Bäume und Sträucher schmücken sich mit zarter Blüte, die Vögel liefern den fröhlichen Soundtrack zum Geschehen. Und wir? Fühlen uns erschöpft, dauermüde und so gar nicht in der Blüte unseres Lebens. Die Frühlingsmüdigkeit hat uns fest im Griff. Laut einer Umfrage des Hildesheimer Wickert-Instituts geben rund zwei Drittel der Befragten an, mit den erwähnten und weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufschwäche und Antriebslosigkeit zu kämpfen.

Massive Umstellung belastet
Doch warum kreucht und fleucht es rund um uns, während wir am liebsten einfach nur schlafen würden? „Mit dem Frühling kommen nach dem langen, kalten und dunklen Winter sehr viele neue Einflüsse auf den Menschen zu“, erläutert Allgemeinärztin und Komplementärmedizinerin Dr. Tina Träxler. „Die vermehrte Sonneneinstrahlung, die milderen Temperaturen, der Wechsel zwischen kalt und warm – all das wirkt sich auf unseren Körper aus. Unser Organismus stellt sich mit verschiedenen Reaktionen auf den Frühling ein und die Auswirkungen spüren wir als Frühjahrsmüdigkeit“, so die TCM-Ärztin. Vor allem in unserem Hormonsystem herrscht nun rege Betriebsamkeit und es kommt zu einem Schlagabtausch von Melatonin und Serotonin. Ersteres ist auch als Schlafhormon bekannt. Melatonin wird vor allem in der dunklen Jahreszeit gebildet, um dem Körper zu signalisieren, dass es nun an der Zeit für Winterschlaf wäre. Werden im Frühling die Tage länger und strahlt die Sonne öfter und stärker vom Himmel, so ist dies der Startschuss für die Serotonin-Produktion. In der Hormondrüse des Gehirns, dem Hypothalamus, wird der als Glückshormon bekannte Botenstoff nun vermehrt ausgeschüttet und gleichzeitig die Melatonin-Produktion gedrosselt. „Diese massive Hormonumstellung verlangt dem Organismus viel Energie ab und macht uns zu schaffen“, erklärt Träxler. „Gleichzeitig belastet der ständige Wechsel zwischen warm und kalt den Kreislauf.“ Denn wenn die Quecksilbersäule im Thermometer nach oben klettert, reagieren unsere Blutgefäße auf die milderen Temperaturen. Sie weiten sich und führen dazu, dass der Blutdruck sinkt.

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