Mich juckt die Laus!

lle Jahre wieder heißt es: Kopflausalarm in Kindergärten und Volksschulen. „Kinder sind deshalb am häufigsten betroffen, weil sie beim Spielen die Köpfe oft eng zusammenstecken und die Läuse von einem Kopf auf den anderen übertragen“, weiß Dr. Judith Glazer, Allgemeinmedizinerin und Schulärztin. Das gehäufte Auftreten hat übrigens nichts mit mangelnder Hygiene oder dem sozialen Umfeld zu tun: „Jeder kann davon betroffen sein, denn Läuse fühlen sich auch in den bestgepflegten Haaren wohl.“ Daher sind sie auch seit Jahrhunderten auf europäischen Häuptern heimisch und einfach nicht auszurotten. Die gute Nachricht: „Die winzigen Schmarotzer sind zwar sehr aufdringlich, aber zum Glück ungefährlich und sie übertragen auch keine Krankheiten.“
Anzeichen für den Befall. Sobald man ein starkes Jucken der Kopfhaut bemerkt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Kopfläuse eingenistet haben. Das Jucken kommt übrigens von der kleinen Menge Speichel, die Läuse bei jeder Blutmahlzeit abgeben. Aber auch wenn sich in der Familie noch keiner am Kopf kratzt, sollte man wachsam sein, so Glazer: „Sobald ein Kopflausbefall in der Schule oder im Kindergarten bekannt wird, sollten Eltern die Köpfe aller Familienmitglieder kontrollieren.“ Die 6-beinigen Insekten sind höchstens 3 Millimeter groß, dennoch kann man sie beim genauen Hinsehen mit dem freien Auge erkennen. Ein Nissenkamm mit engen Metallzinken ist die einfachste Möglichkeit, um einen Läusebefall festzustellen: Dazu kämmt man die Haare mit dem Kamm über einem weißen Tuch gründlich aus und untersucht das Tuch anschließend auf krabbelnde Läuse. Auch Lauseier sind ein untrüglicher Hinweis: Die ovalen, ca. 0,8 mm großen Nissen kleben an den Haaren in der Nähe des Haaransatzes.

Mild aber effektiv. Sobald man Kopfläuse entdeckt hat, sollte umgehend eine äußerliche Behandlung mit einem guten Anti-Laus-Shampoo erfolgen. Für die Anwendung bei Kindern gibt es in der Apotheke rezeptfrei schonende Shampoos ohne Insektizide, auf physikalischer Basis, informiert die Medizinerin: „Die Parasiten ersticken sehr schnell durch die Behandlung und werden nicht vergiftet. Wichtig ist, dass man die Mittel genau nach Anweisung anwendet, damit Läuse und Nissen verlässlich abgetötet werden.“ Glazer rät, alle anderen Familienmitglieder ebenfalls auf Lausbefall zu untersuchen und gegebenenfalls sofort mitzubehandeln: „Danach sollte die Kopfhaut täglich kontrolliert werden. Bei Bedarf kann die Behandlung wiederholt werden“, sagt Glazer. Vorsicht ist bei Kleinkindern unter 2 Jahren und bei schwangeren und stillenden Frauen geboten: Wir raten, vor einer Anwendung einen Arzt zu konsultieren.

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