Mein perfekter Thermentag

Wer gestresst ist, braucht sie am dringendsten: kleine Streicheleinheiten für Körper, Geist und Seele. Das ein oder andere Wohlfühlplus sammeln Erholungssuchende gerne in einer der zahlreichen österreichischen Thermenregionen – offerieren die dortigen Wellnessanlagen doch eine Palette an Behandlungen, die für die wohlverdiente physische und psychische Balance sorgen. Doch: Kennen Sie das vielleicht auch? Kaum angekommen, werden Sie mit einem dichten Programmangebot an der Thermenrezeption konfrontiert, das von Saunaaufgüssen und Aromadampfbad über Aquagymnastik, Schwimmen und Yoga bis zur Hot-Stone-Massage reicht. Alles klingt verlockend, aber: Wofür entscheidet man sich? Wie gestaltet man seinen perfekten Wellnesstag und – was sollte man beachten, damit vor Ort aus Genuss nicht Verdruss wird? Hier die wichtigsten Expertentipps!

1 Planung und Vorfreude ist alles. Entscheiden Sie sich schon im Vorfeld Ihres Thermenaufenthalts für zwei bis drei „Pflichttermine“, z. B. die bereits lang herbeigesehnte Klangschalenmassage oder den Limetten-Ingwer-Saunaaufguss. Das setzt zweifelsohne voraus, dass Sie sich schon vor Reiseantritt über die Annehmlichkeiten vor Ort informiert haben. Und das ist gut so, denn eine sorgfältige Vorbereitungsphase beeinflusst den (langfristigen) Erholungseffekt enorm. Schließlich werden Sie nicht nur vor unerwünschter Terminhetze in der Wellnessanlage bewahrt, sondern können sich schon Wochen vorher auf die Auszeit freuen.

2 Das brauche ich mit! In den meisten Anlagen werden Bademäntel und Handtücher zur Verfügung gestellt. Fragen Sie aber zur Sicherheit nach! „Um sich vor Fußpilz zu schützen, sollte man Kunststoffsandalen mitnehmen. Schließlich kann die aufgeweichte Haut zur Eintrittspforte für Pilzsporen werden, die zu unangenehmen Symptomen wie juckende, gerötete und rissige Haut sowie Immunschwäche führen können“, erklärt Dr. Zrinka Schwarzer,
Allgemeinmedizinerin in Wr. Neustadt. Weitere Utensilien: Badegewand, bequeme Sportkleidung und Lesestoff. „Denken Sie auch an allfällig notwendige Medikamente und sprechen Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden vor dem Thermenbesuch mit Ihrem Hausarzt ab“, so Schwarzer. Und weiter: „Akute Erkrankungen wie etwa ein grippaler Infekt, offene Wunden, entgleister Diabetes mellitus, akute Herzerkrankungen oder Venenentzündungen haben in der Therme nichts verloren.“

3 Kreislauf in Schwung bringen. Bevor Sie es sich im warmen Thermalwasser gemütlich machen, sollten Sie Ihr Herz-Kreislauf-System stärken. Schwimmen Sie z. B. eine halbe Stunde im kühlen Sportbecken oder machen Sie bei einer Aquagymnastik-Einheit mit. Trainingsplus im Wasser: „Jede kleine Bewegung verlangt hier den Muskeln mehr Kraft ab. Sie stabilisieren den Körper ständig gegen die Wasserkraft“, weiß Schwarzer. Weitere positive Effekte: Bänder und Gelenke werden geschont, das Immunsystem gestärkt, der Stoffwechsel angeregt und das Gewebe dank verstärkter Durchblutung gestrafft.

4 Glatte Haut ist aufnahmefähiger. Danach empfiehlt sich ein Körperpeeling, um die Haut von abgestorbenen Zellen, Schmutz und Talg zu befreien und für die nächsten Behandlungen vorzubereiten. Bewährt haben sich Salzpeelings aus Meersalz und etwas Mandel- oder Jojobaöl.

5 Wohlfühlen im Wasser. Frisch gepeelt nimmt Ihre Haut Inhaltsstoffe des warmen Thermalwassers besonders gut auf. Abhängig von der Zusammensetzung des Wassers (z. B. Solen, Säuerlinge oder Schwefelwässer) hat es eine belebende oder beruhigende Wirkung. Sicher ist: „Der Aufenthalt im Thermalwasser reduziert Stresshormone, aktiviert Selbstheilungskräfte und löst aufgrund der wohligen Wärme embryonale Reflexe der Geborgenheit aus“, so Schwarzer. Achten Sie aber darauf, die empfohlene Verweildauer von ca. 20 Minuten nicht zu überschreiten, um Kreislaufproblemen und Mattheit vorzubeugen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Wassertemperatur, desto kürzer die Badedauer. Gibt es in der Wellnessanlage mehrere Becken, sollte man diese nach aufsteigender Temperatur nutzen.

6 Krankheitserreger? Nein danke. Zwischen den einzelnen Badegängen sollte man sich kühl abduschen und die Badekleidung wechseln, damit sich etwaig vorhandene Keime nicht vermehren können. „Vor allem Frauen, die zu Pilzinfektionen im Intimbereich neigen, können den pH-Wert der Scheidenflora mit Milchsäure-Vaginalkapseln im Gleichgewicht halten. Ebenfalls sinnvoll sind Schwimmtampons, die auch Schwangere vor Viren, Pilzen und Bakterien schützen“, meint Schwarzer.

7 Ruhe bitte! Achten Sie darauf, im Lauf des Tages ausreichend Wasser zu trinken und zwischen den einzelnen Badegängen Ruhepausen einzulegen. „Wer hungrig ist, setzt zwischendurch auf leichte Kost und greift am besten zu Suppe, Salat oder Obst“, rät Schwarzer. Gönnen Sie sich in den Pausen eine Extraportion Ruhe, schließen Sie die Augen im Liegestuhl oder lesen Sie ein Buch. Smartphones und Tablets können Sie getrost in der Garderobe lassen.

8 Entspannen Sie sich. Aufgewärmt und ausgeruht dürfen Sie sich nun im Rahmen einer Feuchtigkeit spendenden Schönheitsbehandlung oder Massageeinheit verwöhnen lassen. Wie wäre es z. B. mit einer Aromamassage? Die Wirkstoffe des ätherischen Öls werden dabei über die Haut und Atmung gleichzeitig aufgenommen. Dadurch setzt der gewünschte Effekt nicht nur unmittelbar ein, sondern hält auch langfristig – schließlich bleibt das Öl ja auf der Haut. Entspannend wirken u. a. Lavendel, Sandelholz, Eukalyptus oder Kamille, anregend wiederum Rosmarin, Zeder, Bergamotte, Zitrone oder Flieder.

Vorheriger ArtikelEssen Sie sich kuschelig warm
Nächster ArtikelLiebe ein Leben lang

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen