Mein Kind muss ins Spital!

Die Bereitschaft des Krankenhauspersonals, auf junge PatientInnen einzugehen ist vorhanden, weil man aus vielen Untersuchungen weiß, dass Kinder in einer angenehmen Atmosphäre rascher genesen. In fast allen Kinderabteilungen sind bereits die Flure bunt ausgemalt und mit Kinderzeichnungen geschmückt. Auch die Krankenzimmer vermitteln keinen sterilen Eindruck, sondern sehen „wohnlich“ aus. Es besteht sogar die Möglichkeit für Eltern, (zeitweise) bei ihren Kindern über Nacht zu bleiben. Dies trägt wesentlich dazu bei, Trennungsschmerz und Einsamkeit abzubauen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig Kinder darauf vorzubereiten, dass Eltern einmal nicht zu Besuch kommen können, sodass vielleicht eine andere – dem Kind vertraute Person – Oma oder Tante, an die Stelle der Eltern treten kann. Eine „gute Medizin“ stellen beispielsweise auch die CliniClowns dar, die die jungen PatientInnen aufmuntern und erfreuen.

Eltern als Co-Therapeuten
Die beste Grundlage und Unterstützung für alle ärztlichen und therapeutischen Bemühungen ist und bleibt immer noch die Hilfestellung durch die Eltern. Krankheit bedeutet für das Kind, von einer existentiellen Gefahr bedroht zu sein. Besonders ein Krankenhausaufenthalt, der mit der Trennung von Eltern und Geschwistern und mit dem Erdulden von ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen, ja, vielleicht sogar mit einer Operation verbunden ist, kann junge PatientInnen sehr stark irritieren. Manche Kinder reagieren mit Stimmungsschwankungen, Wutausbrüchen oder verhalten sich völlig apathisch. Kinder können ihre Krankheit auch als „Bestrafung“ irgendeines Eigenverschuldens ansehen. Vorwürfe seitens der Erwachsenen sind ein einer solchen Situation nicht angebracht, selbst dann nicht, wenn das Kind seinen Zustand in irgend einer Weise (z. B. durch einen Spielunfall) teilweise selbst verursacht hat.

Eltern sollen in Zusammenarbeit mit Ärzten, Schwestern, Pflegern und TherapeutInnen versuchen, dem Kind auf behutsame Art seine Ängste zu nehmen und ihm zu zeigen, dass es nicht allein mit seinen Schwierigkeiten ist. Je nach Alter des Kindes kann man es vorsichtig über seine Krankheit aufklären, was ihm fehlt, und was mit Hilfe des Klinikpersonals und der Medikamente bewirkt werden soll. Werden Kinder auf den Spitalsaufenthalt gut vorbereitet, verläuft die stationäre Behandlung in der Regel problemlos. Der Übergang von einer ambulanten zu einer stationären Behandlung wird erleichtert und die einfühlsame Betreuung der Kinder trägt zur Stressvermeidung sowie zur Verbesserung der Heilungschancen bei.

Es ist hilfreich, wenn Krankenschwestern und ÄrztInnen die Vorlieben und Gewohnheiten des Kindes kennen und wissen, wie man es trösten kann. Je tragfähiger das „Netz“ von HelferInnen ist, desto sicherer kann sich das Kind in einer ihm fremden Umgebung fühlen.

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