Mein Arzt ist der beste!

Bewertungsportale im Internet, Hitlisten der „Besten Ärzte Österreichs“, Insidertipps von Freuden und Bekannten – potenzielle Informationsquellen, um einen guten Arzt zu finden, gibt es so einige. Verlässlich sind sie aber nicht unbedingt. „Wenn es um Gesundheit geht, steht an erster Stelle, dass man dem Arzt vertrauen kann“, betont Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger. Die Wunschliste an den Arzt des persönlichen Vertrauens ist lang: Der Arzt oder die Ärztin muss kompetent sein und gleichzeitig auf derselben Wellenlänge liegen. Er/Sie soll Ihre gesundheitlichen Probleme und alles, was damit zusammenhängt, ernst nehmen. Außerdem möchte man sich auch vom Praxispersonal gut betreut fühlen. Kurzum: Man muss sich einfach verstanden und aufgehoben wissen. Bachinger: „Dazu kommen natürlich genauso viele Vorlieben, wie es Patienten gibt. Der eine schwört auf Schulmedizin, für den anderen darf es nur Homöopathie sein und ein Dritter hätte gern eine Mischung aus Schul- und Komplementärmedizin.“ Wichtig bleibt aber immer, dass der Arzt am Wohl des Patienten interessiert ist.

Arzt und Patient: eine sensible Beziehung. Laut einer Untersuchung sprechen Ärzte rund sieben Minuten mit ihren Patienten. In dieser Zeit können bestenfalls körperliche Symptome angesprochen werden. Eine gute Behandlung sollte aber auch immer die Lebensumstände des Patienten miteinbeziehen. „Ärzte in dieser Hinsicht stärker weiterzubilden und in Kommunikation zu trainieren, ist natürlich wichtig“, so der Patientenanwalt. „Aber auch die Patienten spielen eine wichtige Rolle, damit die Beziehung zum Arzt für beide Seiten ein Gewinn ist.“ Aus den USA stammt beispielsweise die Idee, dem Arzt folgende drei wichtige Fragen zu stellen: Was genau habe ich? Was muss ich machen? Warum ist es wichtig, die Therapie-Vorschläge zu befolgen? Dazu kommt: Man kann sich einfach nicht alles merken, was während eines Arztbesuches besprochen wird. Bachinger: „Viele Fragen fallen Patienten oft erst dann ein, wenn sie die Praxis wieder verlassen haben.“ Daher kann es sinnvoll, sich mit einer persönlichen Checkliste auf das Arztgespräch vorzubereiten – GESÜNDER LEBEN hat für Sie eine solche vorbereitet! Wenn man sich unsicher fühlt, sollte man zur Unterstützung eine Begleitperson seines Vertrauens mitnehmen. Zur Gesundheitskompetenz aufseiten des Patienten gehört auch, dass er sich darum bemüht, eine aktive Rolle gegenüber dem Arzt einzunehmen: „Aktives Zuhören“ beugt Missverständnissen vor. Was das konkret beim Arztbesuch bedeutet, wird in der Broschüre „Kompetent als Patient – Das Arzt-Patienten-Gespräch“ der Patientananwaltschaft genau erklärt: „Wahrnehmen und ausreden lassen, das Gehörte in eigenen Worte zusammenfassen bzw. nachfragen: Habe ich das richtig verstanden?“ Spricht der Arzt zu sehr in „Fachchinesisch“, sollte man ihn sofort unterbrechen: Was bedeutet das? Können Sie mir das bitte auf einfache Weise erklären? „Es sollte heutzutage keine Majestätsbeleidigung mehr sein, wenn man widerspricht oder darauf hinweist, dass man bereits zwei ähnliche Medikamente hat und vielleicht ein drittes ähnliches nicht notwendig ist“, so Bachinger. Nicht zuletzt rät der Experte dazu, sich Notizen zu machen – „auch als Hilfe für zu Hause, da die Informationen oft sehr komplex und umfangreich sind.“

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