„Manches fällt mir noch so schwer“

Kommen Ihnen diese Aussagen bekannt vor? Vielleicht ist Ihr Kind gar nicht so unwillig und es handelt sich nur um eine Teilleistungsschwäche.

Eine Teilleistungsschwäche zu haben bedeutet, dass ein Kind in abgrenzbaren Bereichen des Denkens deutlich schlechtere Leistungen als sonst zeigt. Zu den bekanntesten Teilleistungsschwächen zählen die Lese Rechtschreib und Rechenschwäche (auch Legasthenie bzw. Dyskalkulie genannt). Diese Schwächen fallen meist in der zweiten Klasse Volksschule erstmals ganz augenscheinlich auf, wenn die schulischen Anforderungen steigen und das Kind mit dem immer neuen, aufeinander aufbauenden Schulstoff (wie etwa beim Einmaleins) nicht mehr Schritt halten kann.

Verwechselt ein Kind etwa ein d mit einem b, so erkennt man schnell, dass es sich um zwei von ihrem Schriftbild ähnliche, um genauer zu sein, spiegelbildliche Schriftzeichen handelt. Ein Kind, welches Probleme bei der Unterscheidung der Buchstaben p und q hat, könnte die zu Grunde liegende Schwierigkeit durch Verwechseln der Richtungen (links, rechts, oben, unten) liegen. Ein anderes Beispiel wäre das oft beobachtbare Verwechseln der Buchstaben d und t, oder g und k. Diese Buchstaben sehen zwar ganz verschieden aus, aber sie hören sich ähnlich an (weiches d, hartes t). Wir reden oft nicht deutlich genug, sodass manche Kinder die Unterschiede beim Sprechen nicht wahrnehmen können.

Welche Teilleistungsschwächen gibt es nun?
Unser Gehirn hat schier unzählbare Funktionen und jede davon kann fehlerhaft sein. Jeder von uns wird an sich die eine oder andere Teilleistungsschwäche entdecken. Viele dieser Schwächen fallen gar nicht mehr auf, entweder weil sie Bereiche betreffen, die leicht ausgeglichen werden können, oder einfach, weil sie von uns nicht wichtig genommen werden und uns darum auch nicht belasten (z.B. sich Gesichter schlecht merken können, einen Ton nicht nachsingen können usw.) In der folgenden Aufzählung werden deshalb nur jene Bereiche angeführt, die das Erlernen schulischer Inhalte wie Lesen, Schreiben oder Rechnen bei Vorliegen einer Schwäche besonders beeinträchtigen:

Visuelle Differenzierung:
Ähnliche Formen können optisch nur schwer unterschieden werden. Dies kann sich auf das Erlernen der Buchstaben (IJ, ft) oder ganzer Wortbilder auswirken

Akustische Differenzierung:
Ähnliche Laute (wie dt, gk, mn) können beim Hören nur mit Schwierigkeiten unterschieden werden. Oft ergeben sich dadurch Rechtschreibfehler.

Serialität:
Die Reihenfolge von Buchstaben wird verwechselt. Manche Kinder schreiben z.B. von rechts nach links oder vertauschen Buchstaben in ihrer Folge (reden – erden).

Raumlageorientierung:
Das Kind verwechselt links – rechts oder oben – unten. Buchstaben wie b-d-p-q werden dadurch durcheinandergebracht.

Merkfähigkeit
:
Neue Informationen können nicht in das Langzeitgedächtnis übertragen und somit auch später nicht wiedererinnert werden.

Vorheriger ArtikelEntspannung trainieren
Nächster ArtikelEine Viertelstunde Sport

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen