Lernen ist Abenteuer im Heft

Ein neuer Zugang zum Lernen ist in der Pubertät normal. Schwankungen in der Schulleistung ebenfalls. Ehemalige Vorzugsschüler haben plötzlich eine Nachprüfung, oder (seltener) auch umgekehrt. Mit 10 bis 15 Jahren entwickelt Ihr Sohn, Ihre Tochter Vorlieben und Abneigungen gegenüber bestimmten Unterrichtsgegenständen. Interessen bilden sich heraus, und manche Kinder eignen sich auf ihren persönlichen Spezialgebieten eine Unmenge an Wissen an.

Die Kehrseite davon ist, dass „uninteressante“ Fächer links liegen gelassen werden. Peter, 13, erzählt beim Abendessen öfters von der „blöden Englischlehrerin, die immer nur Vokabel abprüft“. Er kritisiert den Stundenplan: „Warum haben wir Englisch vier Stunden in der Woche, und spannende Sachen wie Physik nur halb so oft?“ Peters Eltern freuen sich über seine Begeisterung für Experimente und lassen sich von den Physikstunden erzählen. „Und Englisch“, meint Peters Vater, „muss man ja nicht nur aus dem Vokabelheft lernen. Hast du Lust, dir einen Film auf DVD in englischer Originalfassung anzusehen?“ Jugendliche wollen lustvolles und mit Abenteuer verbundenes Lernen. Erlebnisse und Projekte motivieren wesentlich mehr als bloßes Auswendiglernen.

Im Laufe der Pflichtschulzeit sollte sich Ihr Kind alle Fertigkeiten aneignen, die es zum selbstständigen Lernen braucht. Dazu gehört: Inhalte zu finden, zu strukturieren, sich zu merken und wiederzugeben. Halten Sie Daumen, feiern Sie die Erfolge und trösten Sie bei Misserfolgen. Mischen Sie sich nur ein, wo Sie gebraucht oder um Unterstützung gebeten werden. Schule ist der Beruf Ihrer Tochter, Ihres Sohnes – und liegt daher in ihrer oder seiner Verantwortung! Ständige Kontrolle oder zusätzlicher Leistungsdruck von Ihrer Seite bringen mehr Schaden als Nutzen.

Auch wenn die Schule eine Zeitlang gänzlich vernachlässigt wird, ist das nicht gleich ein Grund für Panik. Die Umstellungen der Pubertät beanspruchen Körper, Seele und Geist Ihres Kindes so stark, dass ihm zum Lernen die Energie fehlen kann. Wenn Ihr Kind auch daheim auf Druck statt auf Verständnis stößt, schwächt das seine Konzentrationsfähigkeit und sein Selbstwertgefühl noch weiter.

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