Leben schenken

Organspenden. Die Liste, die über Leben und Tod entscheidet

In Österreich kommen alle Verstorbenen als Organspender in Frage, bei denen der irreversible Hirntod festgestellt wurde und bei denen kein Widerspruch zu einer Organentnahme vorliegt. Der Hirntod ist ein seltenes Phänomen, sodass letztlich nur wenige Verstorbene für eine Organspende infrage kommen. 

Der Ablauf 
Tausende Patienten warten derzeit im deutschsprachigen Raum auf ein Herz, eine Lunge, eine Leber. Manchmal ist ein Spenderorgan nur einen Krankenhausgang entfernt. Doch der direkte Weg des Organs, vom Spender zum Empfänger gleich nebenan, ist gesetzlich verwehrt. Dazwischen liegt die sogenannte Organallokation, zu deutsch: die Organzuteilung. Gemeint ist ein System basierend auf einer ausgeklügelten Verteilungslogistik nach dem Grundsatz: „Der Mensch, der am dringendsten das Organ benötigt, wird zuerst operiert und nicht der, den man besser kennt oder der mehr finanzielle Möglichkeiten besitzt.“ Eurotransplant wickelt die Zuteilung der Spenderorgane für Transplantationen ab. Die private Stiftung fällt buchstäblich Entscheidungen über Leben und Tod, und das auf der Basis von den Krankenhäusern übermittelter Daten wie Alter des Patienten, Vorerkrankungen, Laborwerte, die penibel gecheckt werden. 

Das Matching 
Nach dem Datencheck geht es Schlag auf Schlag: Alterscheck, Todesursache – und dann wird der komplizierteste Teil des Vorgangs vorbereitet, das sogenannte Matching. Wichtigstes Kriterium dabei ist die Position auf der Warteliste. Diese legt alleine Eurotransplant fest. Die Patienten selbst haben keine Möglichkeit, das Ranking zu erfahren. Ehe ein Patient auf die Organempfängerliste gesetzt wird, muss er eine Vielzahl an medizinischen Untersuchungen unterschiedlicher Fachrichtungen über sich ergehen lassen. In vielen Fällen kann das Monate dauern, coronabedingt und je nach Wartezeit bei den Fachärzten auch länger. Erst wenn alle Untersuchungen durchgeführt wurden, kann grünes Licht für die Aufnahme in die Patientenliste erfolgen. Diese Aufnahme wird dann allerdings auf jenes Datum rückdatiert, an dem der Patient die erste Dialyse hatte, um auch die Zeitdauer der Untersuchungen entsprechend zu berücksichtigen. Das Matching selbst erfolgt durch einen Computer. In ihm sind Algorithmen gespeichert, die bei Eurotransplant auf Basis der hauseigenen Organverteilungsrichtlinien entwickelt wurden. Entscheidende Faktoren sind die Dringlichkeit und die Erfolgsaussicht der Transplantation. Die Frage, welcher Bürger leben darf und wer sterben muss, ist zweifelsfrei die schwierigste und härteste Frage, die der Rechtsstaat in Friedenszeiten zu entscheiden hat.

www.ja-transplant.at

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