„Lass uns doch die Schule schwänzen!“ Was steckt dahinter – was können wir tun?

Hand aufs Herz wer von uns Erwachsenen kennt sie nicht, die selbst gewährten freien Schulstunden oder Schultage? Manche von uns erinnern sich mit einem Schmunzeln an den freien Nachmittag, als sie damals einem bestimmten Nachmittagsunterricht eine „Absage“ erteilt haben. Anderen fallen ehemalige Schulkollegen ein, die nicht nur wegen Erkrankungen in der Schule gefehlt haben. Punktuelles Schulschwänzen ist demnach ein Problem, das bereits „einen langen Bart“ hat. So genannte Schulpflichtverletzungen gibt es seit Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Seither sind Unterrichtsbesuch und Fernbleiben gesetzlich geregelt. Damit liegt es an den Eltern, so genannte unentschuldigte Stunden in, für die Schule akzeptierbare, Entschuldigungen umzuwandeln.

Das Problem, mit dem wir uns hier im Rahmen des Schulschwänzens auseinander setzen, ist aber ein permanentes bzw. immer wieder auftretendes Fernbleiben von der Schule ohne zunächst klar einsichtige Begründung. Kinder reagieren mitunter auf Stresssituationen mit Lern- und Verhaltensproblemen, zum Teil mit Schulschwänzen. Die betreffenden Schüler können das Problem nicht mehr ohne Hilfestellung von außen lösen.

Schulschwänzen und andere Formen schuldistanzierten Verhaltens:

  • Typisches Schulschwänzen, also eine Schulabwesenheit ohne ordnungsgemäße Erlaubnis, erfolgt von Kindern und Jugendlichen zumeist ohne die Zustimmung der Eltern.
  • In einigen wenigen Situationen wird das Fernbleiben vom Unterricht von den Eltern selbst unterstützt. Die Kinder werden zu Arbeiten in der Familie, zum Teil zur Beaufsichtigung jüngerer Geschwister herangezogen. Hier werden von den Eltern selbst die sozialen Spielregeln nicht eingehalten.
  • Halb eingebunden sind die Eltern oft auch beim „taktischen“ Schulschwänzen. Der Schüler bleibt dem Unterricht fern, um sich seine Noten nicht zu verschlechtern oder um sich auf Prüfungen vorzubereiten. Es besteht nur geringe Attraktivität und Notwendigkeit zum Unterricht zu gehen („es sind heute nur „leichte“ Fächer, es ist verkürzte Unterrichtszeit, ohnedies nur Nachmittagsunterricht“…).
  • Generell jedoch wird schuldistanziertes Verhalten in einem anderen Zusammenhang problematisch: Die Eltern schicken ihre Kinder morgens pünktlich zur Schule. Als Schulschwänzer kommt Patrick dort aber nicht an oder bleibt nur kurz. Er versucht durch sein Verhalten entweder unangenehmen Situationen oder langweiligen Passagen in der Schule auszuweichen oder sich ganz allgemein angenehmer während der Schulzeit zu beschäftigen. Nicht selten ist er in Begleitung Gleichgesinnter unterwegs, die Clique unterstützt sich gegenseitig, nicht in die Schule zu gehen. Patrick geht während der Unterrichtszeit einer interessanteren Beschäftigung nach, hat „Wichtigeres“ zu tun. Die Zeit wird in Kaufhäusern, Bahnhöfen, Parks usw. verbracht.
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