Kuschelmonster sind empfindlich

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Sie im Sommer auf der Luftmatratze über den See treiben? Sie spüren die Sonne auf Ihrer Haut, und die leichte Wellen wiegen Ihren Körper vorsichtig auf und ab. Man verliert dabei völlig das Gefühl für Raum und Zeit und schwebt dahin. Wenn Sie dann an den Strand zurückkehren, brauchen Sie eine Weile, um sich wieder an den Lärm und den Trubel zu gewöhnen: Ihre Augen kennen nur das Glitzern des Sonnenlichtes, in Ihren Ohren murmelt noch leicht der See, und Ihre Haut ist ganz warm. Ihr Kind hat so eine ähnliche Erfahrung im Mutterleib gemacht: Es wurde 9 Monate lang herumgetragen und geschaukelt und hatte ständig Kontakt zur Mutter – und zwar mit seinem ganzen Körper. Nach der Geburt beginnt Ihr Kind sich langsam an die neuen Eindrücke zu gewöhnen. Was bei Ihnen nach der Luftmatratze ein paar Minuten dauert, dafür braucht Ihr Kind einige Wochen.

Ihr Baby muss sich erst an das Gefühl gewöhnen, auf der Welt zu sein, denn hier ist alles anders als in der schützenden Gebärmutter.  Auch der eigene Körper fühlt sich nun anders an. Es kann bis zu drei Monate dauern, bis Ihr Baby mit seinem Körper wieder gut vertraut ist. Ihr Kind weint manchmal, obwohl es gerade frisch gewickelt und gefüttert wurde. Wenn Sie es dann in den Arm nehmen, beruhigt es sich schnell und ist zufrieden. Dies ist kein Zeichen von Verwöhnung, sondern zeigt einmal mehr, dass Babys ein großes Bedürfnis nach Körperkontakt haben. Tragen, schaukeln und wiegen Sie Ihr Baby daher wenn möglich immer, wenn es dies braucht. Sie tragen damit auch zur Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins und des Gleichgewichtssinnes Ihres Kindes bei.

Neben der Haut ist das zweite ganz wichtige Sinnesorgan für Babys die Nase: Um sich zurechtzufinden, teilen sie die Gerüche ihrer Umgebung in vertraute und fremde Gerüche ein. Bereits wenige Tage nach der Geburt erkennt das Baby die Mama am Geruch. Ach ja, und je älter Ihr Kind wird, umso wichtiger wird der Mund als „Entdeckungsinstrument“. Der Satz „Man schaut mit den Augen“ ist für Ihr Kind völlig unbefriedigend, denn mit dem Mund und den Lippen erforscht jedes Baby Gegenstände am besten. Gönnen Sie Ihrem Baby diese wichtige Erfahrung, und nehmen Sie ihm den Gegenstand nicht weg, den es gerade mit dem Mund erkundet. Und verschließen Sie ihm nicht diese wichtigste „Tastzone“ mit dem Schnuller! Sie würden sonst den Entdeckungsdrang Ihres Kindes einschränken.

Babys hören besser zu als Erwachsene und lieben besonders Stimmen, Melodien und Musik. Ihr Kind wird es genießen, wenn Sie mit ihm plaudern und ihm öfters etwas vorsingen. Es genügen einige wenige, einfache Lieder. Damit fördern Sie das Gehör Ihres Babys, und Sie können sich auch Alltagsdinge erleichtern, wie z.B. das Wickeln. Babys brauchen keine speziell abgeschirmten Räume, ein ständig zu lauter Lärmpegel sollte jedoch vermieden werden. Babys bekommen viel mehr mit, als sich mancher Erwachsene vorstellen kann; z.B. ist ein ständig nebenbei laufender Fernseher für Babys nicht gut, da er zur Reizüberflutung führen kann.

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