„Kunst ist gut für die Psyche!“

Dagmar Schellenberger, 58, blickt auf eine langjährige und vor allem abwechslungsreiche Karriere zurück: Eigentlich studierte die gebürtige Sächsin Medizin, wollte Chirurgin werden, bevor sie sich nach der Geburt ihrer Tochter entschloss, alles auf eine Karte zu setzen und ihr angeborenes Gesangstalent zum Beruf zu machen. Seitdem ist Schellenberger sowohl im Opern als auch im Operetten-, Musical- und Konzertfach zu Hause, erhielt zahlreiche Preise und wurde weit außerhalb Deutschlands und Österreichs – unter anderem in New York, Brüssel, Rom, Mailand, Tokio und Jerusalem – auf den größten Bühnen gefeiert. Bei uns war sie unter anderem als Pamina in Mozarts „Die Zauberflöte“ am Theater an der Wien und oftmals als Lehárs „Lustige Witwe“ an der Wiener Volksoper sowie am Raimund-Theater als Eurydike in Glucks „Orpheus und Eurydike“ zu hören. Im Juni 2012 sang sie im Wiener Konzerthaus in Jaromir Weinbergers Oper „Wallenstein“.

Liebe zu Mörbisch. Der breiten Öffentlichkeit wurde sie trotzdem erst bekannt, als Schellenberger im Juli 2012 als Nachfolgerin von Harald Serafin die Intendanz der Seefestspiele Mörbisch, immerhin das weltgrößte Operetten-Festival, übernahm. Mörbisch hat es Schellenberger auch privat angetan: Seit einigen Jahren lebt sie dort mit ihrer Familie in einem großen Haus mit traumhaftem Ausblick auf den Neusiedler See. „Ich kann mir keinen schöneren Platz zum Leben vorstellen“, verriet die sympathische Sängerin vor einigen Jahren.
Als wir die Schellenberger für ein Interview treffen, ist es gerade eine hektische Zeit für sie: Neben dem Intendanten-Job der Seefestspiele ist sie heuer auch als Gräfin Victoria in „Viktoria und ihr Husar“ zu bewundern. Trotzdem fand Schellenberger Zeit, um gut gelaunt über das Kochen, ihre Karriere und schlechte Kritiken zu sprechen.

GESÜNDER LEBEN: Die Zeit rund um die Mörbischer Seefestspiele ist immer sehr stressig für Sie. Wie gelingt es Ihnen, abzuschalten und Kraft zu tanken?
Dagmar Schellenberger: Dazu brauche ich gar nicht viel. Mörbisch ist für mich ein Ort der Entschleunigung, an dem ich meine Akkus aufladen kann. Wenn ich zum Beispiel von einem Termin in Wien zurückkomme, über den Ruster Berg fahre und den See glitzern sehe, fällt der Stress schon von mir ab. Ein gutes Essen, ein Glas Mörbischer Wein – schon ist die Welt wieder in Ordnung!

GL: Machen Sie auch Sport?
Derzeit findet mein Training definitiv auf der Bühne statt. „Viktoria und ihr Husar“ ist ja eine Revue-Operette, und das bedeutet, dass sehr viel getanzt wird. Meine Rolle der Viktoria muss zwar nicht so viel tanzen wie manch andere Solisten, aber es kann schon ganz schön anstrengend sein!

GL: Sie kochen sehr gerne. Woher kommt diese Leidenschaft und welche Gerichte bereiten Sie besonders gerne zu?
Ich denke, diese Leidenschaft wurde mir in die Wiege gelegt. Meine Eltern hatten ein Hotel und Restaurant, da bekommt man eben einiges mit auf den Weg. Besonders schmeckt mir frischer Fisch, am liebsten natürlich hier aus dem Burgenland.

GL: Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?
Ganz besonders gerne habe ich Krautrouladen, die gab es bei uns zu Hause oft.

GL: Sie haben einen Ahornbaum im Garten und pflanzen auch selbst Obst und Gemüse an …
Ich arbeite sehr gerne im Garten, auch wenn die Zeit dafür mitunter knapp ist. Ich habe mich immer gerne mit Pflanzen beschäftigt, weil ich so den Kopf am besten freikriege. Ich habe Obstbäume im Garten und lasse mir unsere Kirschen schon gut schmecken. Außerdem bin ich sehr glücklich darüber, hier im Burgenland zu wohnen, wo es viele hervorragende Produkte direkt vor der Haustür gibt. Da kaufe ich besonders gerne regional!

GL: Sie leben erst seit ein paar Jahren in Mörbisch. Was mögen Sie an der Gemeinde besonders gern?
Ich habe es vorhin schon kurz erwähnt: Mörbisch an sich ist einfach ein Ort, an dem man spielend wieder zur Ruhe kommt. Die Magie des Neusiedler Sees, der entspannende Blick auf die Weingärten – einfach herrlich! Und die Menschen hier sind auch von einem ganz besonderen Schlag. Ich wurde im Ort mit offenen Armen empfangen und fühle mich hier ganz und gar zu Hause.

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