Kinder und ihre Ordnung im Chaos

Der Kinderzimmerboden voll von Spielsachen unterschiedlichster Art, die Regale im Kinderzimmer leer und nichts ist mehr an seinem Platz, das Wohnzimmer benutzt für größere Spielprojekte sieht nicht viel anders aus – die Folge eines kreativen Spielnachmittags der Kinder. Das alles ist für uns Erwachsene manchmal schwer auszuhalten. Kinder bringen viel Freude in unser Leben, strapazieren mit ihrer vermeintlichen Unordnung aber auch oft unsere Nerven. Es stellt sich die Frage wie viel Unordnung kann man selbst ertragen oder anders formuliert wie viel Ordnung brauchen Kinder?

Unsere Welt ist in gewisser Weise sehr unübersichtlich geworden, die Fülle der Informationen nicht wirklich überschaubar – wäre es da nicht sinnvoll uns selbst mit dem Chaos ein wenig anzufreunden? Es ist sicher sinnvoll auch bei chaotischen Bedingungen die Übersicht zu behalten und Nerven zu bewahren. Es gibt viele Formen von Ordnung und wer will sich schon anmaßen, dass die eigene Ordnung die einzig Wahre ist? Jeden Tag leben wir als Eltern unseren Kindern jene Ordnung vor, mit der wir uns wohl fühlen. Die Kinder lernen durch unser Modell und vielleicht ist dies die angenehmste Erziehungsmethode um Kindern Ordnung und Aufräumen beizubringen.

Schon früh ist das gemeinsame Aufräumen ein Training für die spätere Selbstständigkeit der Kinder. Zwei- bis Dreijährige können mit dem Begriff „Ordnung“ wie ihn die Erwachsenen verstehen noch gar nichts anfangen. Sie haben ihr eigenes Ordnungssystem und legen die Dinge so hin, dass sie diese gleich wieder erkennen. Eltern können dafür Verständnis haben und dies im Kinderzimmer bis zu einem gewissen Grad tolerieren, doch im restlichen Teil der Wohnung sollten Regeln gelten durch deren Einhaltung sich alle Familienmitglieder wohl fühlen können. Wichtig ist immer, dass die Regeln für die Kinder durchschaubar sind und nicht ständig verändert werden. Konsequenz seitens der Eltern ist notwendig – wozu natürlich auch gehört, dass sie sich selbst an ihre Regeln halten.

Vier- bis fünfjährigen Kindern ist es möglich diese Regeln einzuhalten. Fragen nach dem Warum und Wieso gehören für Kinder zu ihrer normalen Entwicklung und deshalb erwarten sie Argumente und Erklärungen für Dinge, die Erwachsenen selbstverständlich erscheinen. So kann z.B. das Kinderzimmer zur „offiziellen Chaoszone“ ernannt werden mit der Auflage, dass einmal in der Woche zur Gänze und mit dem Angebot der Unterstützung von den Eltern aufgeräumt wird oder jeden Tag vor dem Abendessen.

Anfangs ist es ratsam möglichst konkrete und deutliche Anhaltspunkte, wie z.B. Bücher gehören ins Regal, Lego in die blaue Kiste usw. zu geben. Dabei ist es auch wichtig festzulegen was passiert, wenn sich die Beteiligten nicht daran halten. Räumt ein Kind seine Sachen nicht auf, können die Eltern die Spielsachen für ein paar Tage „verschwinden lassen“. So lernen Kinder die Auswirkungen der Unordnung kennen und können aus den daraus gemachten Erfahrungen für die Zukunft lernen.

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