Kind & Fernsehen

Die einzige Antwort von Papa auf dieses Maß an Aktivität ist die Aufforderung, ihn doch noch schlafen zu lassen und einstweilen noch ein wenig fernsehen zu gehen. Für Anna kein Problem. Sie zappt sich durch die Sender, die ja schon ab sechs Uhr morgens Kinderprogramm anbieten, und lässt Wickie schließlich wieder einmal schlau sein. Zwei Stunden später stehen, noch halb verschlafen, die Eltern Annas auf und fordern sie auf, jetzt endlich mit dem vielen Fernsehen aufzuhören. Anna versteht die Welt nicht mehr und zieht trotzig in ihr Kinderzimmer. Papa und Mama sind sich wieder einig, dass es mit ihrer Tochter immer schlimmer wird.

Was ist nun geschehen? Ein Vorgang, der sich jeden Sonntag, vielleicht auch an so manchen Wochentag in vielen Familien Österreichs wiederholt.

Das Fernsehen ist in unserer Kultur zum perfekten Babysitter geworden, der allzeit bereit ist, für übermüdete oder gestresste Eltern einzuspringen. Doch wie heißt es so schön? Die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los. Oder wie hätten die Eltern von Anna ihrer Tochter erklären sollen, dass der erste Auftrag, den das Kind zur vollsten Zufriedenheit ausführte, zwei Stunden danach nicht mehr passt, und sie nun nicht sehen kann, ob Sailor Moon wieder gegen das Böse gesiegt hat.

Fernsehen – aber wie?
Der Umgang mit dem Medium Fernsehen sollte gerade in der Zeit von Satellitenprogrammen, die ein Überangebot an Programmen senden, die für Kinder attraktiv scheinen, immer bewusster stattfinden. Das gilt im Übrigen auch für die Eltern der so „fernsehsüchtigen“ Kinder. Wie sollen unsere kleinen Erdenbürger begreifen, dass das, was für die Erwachsenen so spannend und lustig ist, für Kinder nicht gilt.

Es scheint schwer vorstellbar, dass in einer Familie, in der das Fernsehen einen hohen Stellenwert besitzt, die Kinder nicht von diesem Medium fasziniert sind. Und genau mit diesem Umstand gilt es dann entsprechend umzugehen.

Dazu gehört die grundsätzliche Klärung, wie viele Minuten pro Tag Ihr Kind vor dem Fernseher verbringen darf. Danach erfolgt die Auswahl des Programmes. Gemeinsam sollten Eltern und Kinder passende Programmleisten wählen und innerhalb des zuvor bestimmten Zeitraumes einbauen. Das bedeutet, dass dasKind innerhalb eines vorgegebenen Zeit- und Programmrahmens seine Sendung selbst auswählen darf, und damit lernt, Eigenverantwortung zu übernehmen. Die Diskussionen über „das bitte auch noch„ oder „nur noch das„ sollten sich mit dem Hinweis auf die getroffenen Vereinbarungen somit reduzieren.

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