Keimfreies Gift?

„Babys und Kleinkinder spielen auf dem Boden, krabbeln auf allen Vieren, rollen herum, berühren mit dem Gesicht den Boden. Der Boden ist nicht nur spiegelblank geputzt, sondern sogar desinfiziert. Die Kinder sind also ,sicher’! – vermittelt die Werbung, deren Ziel es bekanntlich ist, möglichst viele Putzmittel zu verkaufen. Tatsache ist allerdings: Übertriebene Hygiene schadet Ihrem Kind. Untersuchungen zeigen, dass zuviel Hygiene das Allergierisiko deutlich erhöht.

Durch Desinfektion werden die alltäglichen Keime vernichtet. Ihr Baby, das ja auch später nicht in einer keimfreien Welt leben wird, soll aber von Anfang an lernen, sich mit diesen Keimen auseinander zu setzen. Verhindert man das, stört das die Entwicklung des Im-munsystems. Desinfektionsmittel sind nur bei bestimmten Infektionskrankheiten sinnvoll.

Übertriebene Hygienevorstellungen der Eltern können das Kind aber auch in seiner Entwicklung behindern. Etwa, wenn Sie Ihrem Baby ständig den Speichel abwischen und ihm alles, was es in den Mund steckt, wieder wegnehmen. Damit stören Sie es in seinem Bedürfnis, die Welt zu erkunden. Zwischen dem vierten und achtzehnten Monat erkundet das Baby vieles in seiner Umgebung mit dem Mund. Abhilfe gegen ständig nasse Hemdchen in dieser Zeit der ersten Zähne schafft ein Lätzchen. Und das, was das Baby nicht in den Mund stecken soll, lässt man einfach nicht in seiner Reichweite herumliegen.

Natürlich schadet auch ein Zuwenig an Sauberkeit, in der Wohnungspflege, aber auch bei der Zubereitung der Nahrung. So wie z.B. das Geschirr der restlichen Familie im Geschirrspüler landet, wird auch das Fläschchen, der Sauger und der Schnuller sauber ausgekocht.

Auch „normale“ Putzmittel für Boden, Teppich oder Möbel enthalten häufig Stoffe, die die Schleimhäute reizen können. Das schadet vor allem „Krabbelkindern“, die sich viel direkt am Boden aufhalten und diese Stoffe vermehrt abbekommen.
 
Gefährdet werden die Kleinen nicht nur durch Reizstoffe in Putzmitteln, sondern durch viele andere Umweltgifte – und zwar deutlich stärker als Erwachsene. Ihre Lunge und die Schleimhäute von Nase, Kehlkopf und Bronchien sind noch wesentlich empfindlicher. Sie leiden stärker unter zu trockener Raumluft, Zigarettenrauch oder Autoabgasen. Kinder, die in verrauchten Wohnungen aufwachsen, haben ein doppelt so hohes Risiko, an spastischer Bronchitis, Asthma oder Lungenentzündung zu erkranken als Babys, deren Eltern zu Hause auf Zigaretten verzichten. Passiv mitzurauchen – wer auch immer sich einen Glimmstengel anzündet – sollte Babys und Kleinkindern erspart bleiben.

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