Kampf um den Topf – Sauberkeitserziehung

Heute, im Zeitalter der Höschenwindeln, können die meisten Eltern etwas lockerer an das Thema Sauberkeitserziehung herangehen. Trotzdem erweist sich oft gerade dieser Erziehungsbereich als Quelle vieler Konflikte.

Das Ausscheiden von Harn und Stuhl ist vorerst ein Vorgang, den das Kind nicht willentlich steuern kann. Die Kontrolle der Schließmuskeln gelingt erst, wenn die beteiligten Nerven und Muskeln genügend entwickelt sind.

Wie auch in anderen Bereichen, wie z. B. beim Laufen lernen oder beim Erwerb der Sprache, sind auch bei der Entwicklung der Darm- und Blasenkontrolle große individuelle Unterschiede zu beobachten. Frühestens im Laufe des zweiten Lebensjahres entwickeln Kinder die Fähigkeit, willentlich Harn und Stuhl abzusetzen. Manche Kinder gewinnen die Kontrolle über Darm und Blase erst viel später. Auch das darf keinesfalls Grund sein, das Kind unter vermehrten Druck zusetzen.

Wann der Zeitpunkt gekommen ist, ab dem das Kind seelisch und körperlich reif dazu ist, seine Ausscheidungsorgane kontrollieren zu lernen, erkennen Sie daran, dass das Kind nun in der Lage ist, den Vorgang der Darm- und Blasenentleerung bewusst wahrzunehmen. Dieser Entwicklungspunkt ist daran erkennbar, dass das Kind versucht, Sie auf diesen Vorgang aufmerksam zu machen, indem es z. B. auf seine Windel deutet. Hat das Kind für Harn und Stuhl schon einen Begriff erlernt, wird es Sie auch mit dem entsprechenden Wort auf den Windelinhalt aufmerksam machen.

Wichtige „Sitzungen“
Es fällt den Kindern vorerst leichter, ihren vollen Darm zurückzuhalten als eine volle Blase. Ihre Bemühungen sollten sich deshalb zuerst auf die Darmkontrolle richten. Dies ist auch deshalb sinnvoll, weil Stuhlgänge bei vielen Kindern mit gewisser Regelmäßigkeit erfolgen und damit vorhersehbar sind. Bieten Sie dem Kind den Topf an, wenn es durch Bewegungen oder durch Laute die bevorstehende Entleerung ankündigt.
Zeigen Sie ihm Ihre Zufriedenheit, wenn die „Sitzung“ erfolgreich war, tadeln Sie das Kind aber keinesfalls, wenn der Topf leer bleibt, auch dann nicht, wenn – was anfänglich öfter passieren wird – das Kind unmittelbar in die frisch angelegte Windel absetzt. Die Kontrolle der Schließmuskulatur ist ein Lernprozess, der wie auch der Erwerb aller anderen Fähigkeiten des Kindes, viel Übung braucht und nicht auf Anhieb klappen kann.
Lassen Sie das Kind nicht zu lange auf dem Topf sitzen – einige Minuten reichen vollkommen.

Langes ruhiges Sitzen ist für kleine Kinder anstrengend und könnte dazu führen, dass diese den Topf als unangenehm erleben und ihn ablehnen.
Ihr Kind erlebt seine Ausscheidungsprodukte als etwas Natürliches, als sein „Produkt“, als einen Teil seiner selbst. Daraus erklärt sich, dass viele Kinder in einem unbeobachteten Moment mit ihrem Stuhl zu spielen beginnen. Zu großer Ekel von Ihrer Seite ist für das Kind unverständlich und verwirrt es.

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen