Jetzt Vorsorgen! Die richtige Haushalts- und Reiseapotheke

Plötzliche Kopfschmerzen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, eine böse, eitrige Blase an der Ferse oder ein Magen-Darminfekt, der einen ins K. O. befördert: Allesamt unliebsame, vermeintlich harmlose Alltagsphänomene, die deutlich weniger unbedenklich erscheinen, sobald sie auf Reisen passieren. Dort hat man nicht umgehend den eigenen Hausarzt oder die Apotheke des Vertrauens zur Stelle. Genau dann sollte man alles zur Behandlung parat haben, was man für die medizinische Erstversorgung benötigt. Über das Thema „Reiseapotheke“ zu philosophieren, mag dieser Tage ungewöhnlich erscheinen, da die meisten Österreicher während der vergangenen Wochen maximal den obligatorischen Supermarktbesuch als Urlaub empfunden haben. Aber es leuchtet bereits ein helles Licht am Ende des Tunnels, und zwar jenes, das uns prophezeit, dass zumindest bald Ferienhäuser und Apartments, wenigstens innerhalb der österreichischen Grenzen, Gäste empfangen dürfen. Immerhin ein Anfang. Und, selbst wenn die nächste Fernreise eben fern erscheint, so rückt sie mit jedem Tag ein Stückerl näher. Sobald der Zeitpunkt gekommen ist, sollte man für den Ernstfall gerüstet sein.
Was das Wort Ernstfall bedeutet, wird uns dieser Tage besonders bewusst. In der momentanen Situation sind wir es gewöhnt, dass nicht alle Güter, die wir benötigen, umgehend verfügbar sind. Ähnlich könnte es uns im Urlaub ergehen: Wenn man etwas braucht, dann kann man es vielleicht nicht gleich besorgen; ganz gleich ob das die täglich lebensnotwendigen Blutverdünner sind oder nur ein banales Mittel gegen Verstopfung.

Inventur des Medizinkastens
Daher lohnt sich eine Inventur der hauseigenen Medizinvorräte, da vieles, das im Reisekulturbeutel landet, bereits in der eigenen Haushaltsapotheke zu finden ist (oder zumindest zu finden sein sollte). „Hier ist es besonders wichtig, dass man zuerst alle Medikamente hinsichtlich des Ablaufdatums prüft. Viele Leute glauben, sie wären gut gerüstet und hätten sozusagen, eh immer alles daheim‘. Doch dann finden sich Ablaufdaten aus den 90erJahren. Oder die betreffenden Medikamente und Salben sind bereits seit Längerem geöffnet, hätten jedoch binnen kürzester Zeit nach Anbruch verwendet oder ansonsten weggeworfen werden müssen. Medikamente sollten auf jeden Fall nur innerhalb ihres jeweiligen sehr individuellen Haltbarkeitszeitraums benutzt werden“, warnt Mag. Antonia Wienerroither, Pharmazeutin aus Wiener Neustadt. Ansonsten könne eine Wirksamkeit nicht garantiert werden.

Was tun mit alten Medikamenten?
Übrigens: Möchte man Medikamente entsorgen, dann gibt man diese am besten (kostenfrei) in einer Apotheke ab und spült sie keinesfalls die Toilette hinunter oder entledigt sich ihrer über den Restmüll. „Besondere Vorsicht ist bei Injektionsnadeln und ähnlich gefährlichen Medizinprodukten geboten. Vor Abgabe in der Apotheke, muss man diese in einen sicheren Behälter geben, beispielsweise in ein leeres Gurkenglas mit festem Schraubverschluss, um andere Personen vor Verletzungen oder gar Infektionen zu schützen“, erklärt Wienerroither. Ungeöffnete Medikamente, die keine Verwendung finden, kann man normalerweise ebenfalls in Apotheken abgeben, welche diese bedürftigen Personen spenden.

Die richtige Lagerung
Doch nicht nur das Ablaufdatum entscheidet darüber, ob ein Medikament den Haltbarkeitskriterien entspricht, ebenso essenziell ist die Art der Lagerung. Nicht selten muss ein Medikament im Kühlschrank und/oder in Dunkelheit aufbewahrt werden. Zu Hause ein Leichtes, auf Reisen nicht immer, da man vorab an Kühltaschen denken muss und nach Ankunft binnen kürzester Zeit einen Kühlschrank parat haben sollte. Vor allem im Sommerurlaub werden Medikamente schnell Temperaturen von deutlich mehr als 25 Grad ausgesetzt – ein Umstand, der keiner Arznei bekommt. Ist im Beipackzettel nämlich keine spezielle Temperaturangabe gemacht worden, so ist anzunehmen, dass die gewohnte Zimmertemperatur die Maximalhitze sein sollte, die ein Medikament erfahren darf. „Außerdem muss einem klar sein, dass man nicht immer ein Präparat mehrmals verwenden kann oder es für verschiedene Personen zu gebrauchen ist. Nimmt man beispielsweise Augen- oder Nasentropfen mit oder Medikamente, die im Intimbereich angewendet werden sollen, dürfen die meisten dieser Produkte nur von einer einzigen Person verwendet werden, da man sich sonst gegenseitig ansteckt“, ergänzt Expertin Wienerroither.

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