Intim – aber sauber!

Besonders Frauen tendieren dazu, ihren Intimbereich besonders gründlich zu reinigen. Doch die verwendete Armada an Hygieneprodukten – Waschlotionen, Tücher, Cremes, Deos und sogar Spezialduschen für die innere Vaginalpflege –, stört und zerstört die natürliche Scheidenflora. Und ebnet Pilzen und Bakterien den Weg. Denn übertriebene Hygiene gilt neben der Einnahme von Antibiotika als häufigste Ursache für Irritationen der Scheidenflora. Wie also sollte frau den Scheidenbereich reinigen? Dr. Siegfried Brugger, Facharzt für Gynäkologie in Salzburg: „Die Scheide braucht nicht gereinigt zu werden. Sie ist selbstreinigend und alles fließt heraus. Der Ausfluss ist meist weißlich und bei jeder Frau hinsichtlich Menge und Konsistenz unterschiedlich. Eine Scheidenspülung ist ausschließlich dann angebracht, wenn Fremdkörper, etwa ein Tampon, drinnen vergessen wurden und sich Bakterien bilden.“ Das zu erkennen, sei nicht schwer, weil es im wahrsten Sinn des Wortes übel rieche. Auch die Haut der inneren und der äußeren Schamlippen, die des Bereichs zwischen den Schamlippen sowie jene rund um den Anus sind sehr empfindlich und sollten keineswegs mit hautreizenden Stoffen gereinigt werden. „Wasser und wenn unbedingt gewünscht eine pH-freie-Seife oder Lotion genügen völlig“, sagt der Experte. Das gelte auch für den Penis sowie für den Analbereich des Mannes. „Keinesfalls sollte Duschgel oder Seife zur Reinigung der Eichel und der Vorhaut verwendet werden. Um diesen sensiblen Bereich zu säubern, reicht es, die Vorhaut zurückzuschieben und im Zuge der täglichen Dusche sorgfältig mit Wasser zu waschen.“

Hygiene, aber richtig
Nach dem großen Geschäft sollten Frauen darauf achten, sich ausschließlich von vorne nach hinten abzuwischen, um zu vermeiden, dass Darmbakterien in den Vaginalbe – reich eindringen. Nicht immer jedoch ist ein Erreger der Grund für Juckreiz im Intimbereich. Es kann sich schlicht und einfach um zu trockene Haut handeln. Gynäkologe Brugger: „Das lässt sich mit einer neutralen Pflegesalbe behandeln, was sowieso guttut, denn generell ist fettige Haut deutlich weniger empfindlich als trockene.“ Auch beim Entfernen oder Stutzen der Haare in der Intimzone sei Vorsicht geboten: „Enthaa – rungscremes sind nicht zu empfehlen, wachsen oder epilieren ist meist zu schmerzhaft, und beim Rasieren sollte man darauf achten, eine frische, scharfe Klinge zu verwenden, um Verletzungen zu vermeiden, die zu Haarwurzelentzündungen führen können.“

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