„Ihr könnt mich mal…“ Konfliktregelung in der Pubertät

Spannungen und Konflikte entstehen:

  1. auf Grund von situativen Problemen (Chaos im Zimmer, Zu spät kommen, Schulprobleme tc.)
  2. auf Grund von emotionalen Stimmungen und Reaktionen (Ärger, Wut, Zorn, Schreien etc.)
  3. auf Grund von unterschiedlichen Einstellungen und Haltungen bei Einigungszwang (Ausgehen ja oder nein, Piercing ja oder nein, Freundeskreis, Aussehen etc.)

Chaos und Widerspruch
Eltern von Pubertierenden erleben im Alltag eine Reihe von konfliktträchtigen Situationen. Diese treten in Abhängigkeit von bestimmten Rahmenbedingungen bzw. Bezugspersonen auf.

Beispiele:

  • unordentliches Jugendzimmer – andererseits ist der oder die Pubertierende in der Schule „Klassenordner“, FreundInnen wird beim Aufräumen geholfen etc.
  • frech sein gegenüber Familienmitgliedern und Nachbarn – andererseits loben Bekannte und Eltern von Freunden die Höflichkeit des oder der Jugendlichen
  • schulische Leistungsprobleme – andererseits ist Ihr Kind am PC ExpertIn und berät Sie, oder erbringt für andere außergewöhnliche Leistungen

Die Liste derartiger diskrepanter Verhaltensweisen könnte seitenweise fortgesetzt werden.

Eltern reagieren auf diese Widersprüchlichkeiten häufig mit Schuldzuweisungen an sich selbst („Was haben wir falsch gemacht?“) oder an ihr Kind („Mit ihr oder ihm stimmt was nicht!“). Aus psychologischer Sicht sind diese situativ bedingten Konflikte durch die Identitätskrise und die Ablösungsproblematik bedingt.

Emotionelle Verstimmungen (Übellaunigkeit, Ärger, Wut, Aggression etc.) und emotionelles Überreagieren (Weinen, Schreien, Toben, Aggressionen, Attacken etc.) von Pubertierenden sind bedingt durch das vorwiegend negative Selbstbild und die geringe Frustrationstoleranz und Belastbarkeit. Dadurch werden Kleinigkeiten zu unüberwindbaren Hindernissen und es folgt eine dementsprechende, für Außenstehende übertriebene, Reaktion. In der Kommunikationstheorie gibt es eine Regel – Emotionen lösen Emotionen aus. Eltern reagieren deshalb auf derartige Reaktionen ihrer Kinder ebenfalls hochgradig emotional und es entstehen hochdramatische Streitszenen.

Unterschiedliche Einstellungen, Meinungen und Haltungen können nur solange toleriert werden, als keine Notwendigkeit zur Einigung besteht. Falls eine solche jedoch unabdingbar notwendig wird, sind Konflikte vorprogrammiert. Im Zuge des Loslösens von den Eltern nehmen Jugendliche immer wieder gegensätzliche Haltungen ein und provozieren Streitgespräche. Der Versuch einer sachlichen Argumentation ist wenig hilfreich, wenn der oder die Pubertierende seine oder ihre Meinung durchsetzen will.

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