Ich mein Freund fürs Leben

Wahrscheinlich nicht. Trotzdem stehen wir mit uns selbst nicht selten auf Kriegsfuß. Dass es uns schwerfällt, freundlich und vor allem wohlwollend mit uns selbst umzugehen, also eine echte, wahrhaftige Freundschaft mit uns einzugehen, bestätigt auch Mag. Dr. Melanie Wolfers: „Tatsächlich bringen wir anderen Menschen, die uns wichtig sind, eine größere emotionale Intelligenz entgegen als uns selbst.“ Die Theologin, Philosophin und Seelsorgerin aus Wien schreibt in ihrem Buch „Freunde fürs Leben“ über die Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein. Und weiter: „In unserer Gesellschaft herrscht ein irrsinniger Optimierungsdruck. Immer weiter, höher, schneller soll es gehen.“ Die Wiener Klinische und Gesundheitspsychologin Mag. Dr. Regine Daniel hingegen sieht mögliche Ursachen vor allem in der Kindheit begründet: „Haben beispielsweise unsere Eltern schon Schwierigkeiten, sich selbst anzunehmen, wird dies an uns weitergegeben.“ Wie aber bemerkt man überhaupt, den Kontakt mit sich selbst verloren zu haben? „Am schalen Geschmack, nichts macht mehr Freude“, meint Wolfers. „Ich fühle mich eingesperrt in die Zwangsjacke des Alltags.“ Daniel ergänzt: „Sobald man sich in sozialen Situationen unsicher oder minder fühlt, sich nicht traut, seine Ziele zu verwirklichen, oder sehr viel an Entscheidungen zweifelt.“ Sogar Ängste, Panikattacken und Depressionen sowie Rücken- oder Gelenksschmerzen und Migräne können die Folge einer Selbst-Feindschaft sein.

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