Ich lasse mich nicht verbiegen!

 Sie sind die Top-Stars der heimischen Musikszene, verkaufen mehr CDs als Robbie Williams und Lady Gaga: die Seer. Elf (!) ihrer Alben waren in den Top 3 der österreichischen Charts, sechs davon erklommen sogar die Spitze. Auch ihr aktuelles Album „Dahoam“ ist ein Megaerfolg, war sechs Wochen auf Platz 1. Die Fans lieben die Bodenständigkeit, das sexy Auftreten und die bombastischen Bühnenshows der achtköpfigen Band. Seit bereits 17 Jahren begeistern die Seer mit einer einzigartigen Mischung aus Schlager, Pop, Rock und Volksmusik. Diese Genre-Vielfalt spiegelt sich auch bei den Fans wider: Im Seer-Publikum findet man die Pensionistin genauso wie die hippe Studentin, den taffen Bankangestellten, die fürsorgliche Hausfrau oder das aufgeweckte Volksschulkind. Frontfrau Astrid Wirtenberger, die nach eigenen Aussagen „immer schon Sängerin und Tänzerin werden wollte“, ist der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Im niederösterreichischen St. Valentin aufgewachsen, lebt die  heute 44-Jährige mit ihren drei Töchtern Sarah (22), Elisa (13) und Laura (8) und ihrem Lebensgefährten Günther immer noch dort. Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin bei den Seern unterrichtet sie klassische Gitarre in einer Musikschule. Die meiste Zeit sei sie aber vor allem Hausfrau und Mutter, sagt sie, und das mit Leidenschaft. In GESÜNDER LEBEN gibt die erdige und sympathische Vollblutmusikerin Einblicke in ihr Privatleben und verrät das Erfolgsgeheimnis der Seer.

GESÜNDER LEBEN: Sie wirken sehr fit. Betreiben Sie Sport?
Astrid Wirtenberger: Ich bin ein vielseitiger Mensch. Deswegen betreibe ich mehrere Sportarten. Da ich mich gern in der Natur aufhalte, mache ich den Sport oft vom Wetter abhängig. Mal jogge ich oder setze mich aufs Fahrrad und toure durchs schöne Mostviertel. Ich gehe auch sehr gerne wandern und habe mich von meinem Freund inspirieren lassen, auch mal eine Klettertour zu machen. Bei Schlechtwetter plage ich mich dann noch im Fitnessstudio, und als höchste Herausforderung habe ich mir vorgenommen, ab jetzt einen Yoga-Kurs zu besuchen. Herausforderung deshalb, weil ich schon hineingeschnuppert habe und feststellen musste, dass dies extreme Ausdauer und Konzentration fordert, welche mir zum Großteil fehlen.
 
GL: Wie ist Ihr Verhältnis zu gesunder Ernährung? Wird im Haushalt Wirtenberger viel Obst und Gemüse gegessen oder überwiegen doch eher Schnitzel und Kuchen?
Wirtenberger: Da eines meiner Kinder gerne Süßes mag, muss ich schon das eine oder andere Mal auf Palatschinken oder Kaiserschmarren ausweichen. Das wird aber dann wieder mit Obst gutgemacht. Ich koche generell nur mit gesunden Ölen (Olivenöl, Rapsöl etc.) und mit wenig bis gar keinem Zucker. Auf unserem Speiseplan finden sich hauptsächlich Vollkornprodukte, mageres Fleisch und viel Gemüse. Weil es bei Letzterem aber immer wieder zu „Verhandlungen“ seitens der Kinder kommt, essen wir das Gemüse vorwiegend in Rohform. Es gibt jeden Tag Salat mit frischen Kräutern aus meinem Garten, und seitdem ich Paprika und Tomaten anpflanze und das Selber-Ernten meiner Kleinsten viel Spaß macht, ist sie seit Neuestem auf den Geschmack gekommen und isst die Tomaten direkt vom Strauch.

GL: Sie befinden sich gerade auf Seer-Tour, spielen zum Teil vor rund 20.000 Leuten. Das schaffen nur die wenigsten österreichischen Künstler. Kneifen Sie sich in diesem Moment auf der Bühne manchmal, um dies auch zu realisieren?
Wirtenberger: Für mich ist es ein besonderes Privileg, als Musikerin vor so vielen Fans auf der Bühne zu stehen und das machen zu dürfen, wovon viele nur träumen. Es ist keine Selbstverständlichkeit, in diesem Beruf Erfolg zu haben, und das ist mir täglich bewusst. Schließlich verbringe ich den Großteil meines Lebens mit meiner Familie als Mutter und Hausfrau. Es kann also gar nicht anders sein, und das ist auch gut so, als dass einen die Realität oder besser gesagt die andere Seite des Lebens wieder auf den Boden zurückholt. Aber seinen Traum und Wunschberuf leben zu dürfen und es in jedem Moment richtig zu genießen, ist mir sehr wohl bewusst, und dafür bin ich wirklich richtig dankbar.

GL: Was ist das Erfolgsgeheimnis der Seer?
Wirtenberger: Ich denke, dass der Erfolg darin liegt, dass wir eine Band sind, die von Anfang an an einem Strang gezogen hat. Die ersten Jahre waren nicht einfach. Wir mussten einiges in Kauf nehmen – übrigens auch das Publikum! (lacht) Aber über die Jahre haben wir uns zu einem starken Team entwickelt. Dank eines tollen Managements und acht verschiedenen Typen, die sich perfekt ergänzen, ist uns das über Jahre gelungen. Wir stehen zu uns und unserer Art, Musik zu machen. Dank eines treuen Publikums ist es uns vergönnt, diesen Weg weiterzugehen.
 
GL: Ich habe oft das Gefühl, dass Volksmusik-Fans noch leidenschaftlicher und treuer sind als Fans anderer Genres. Stimmt das – und wenn ja, woran liegt das?
Wirtenberger: Weil diese Musik etwas Bodenständiges hat und der Ursprung in der Heimat liegt. Ich glaube, dass der Patriotismus in jedem von uns schlummert und durch die Volksmusik zum Ausdruck gebracht wird. Darin liegt unsere Herkunft und was wir wirklich sind. Nämlich ein Land mit tollen einheimischen Künstlern, auf das wir stolz sein dürfen. 

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