Ich gehe meinen Weg

Daniel hatte während seiner Schulzeit immer optimale Bedingungen und hat sich gut entwickelt. Als das Ende der Unterrichtspflicht nahte, begann für uns alle ein neuer Lebensabschnitt. Werden wir als Eltern es schaffen, auch am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt wieder die besten Bedingungen für ihn zu organisieren? Wohin können wir uns mit unseren Anliegen wenden?“ Diese Fragen stellen sich allen Eltern in dieser wichtigen Übergangsphase im Leben ihres Kindes. Wie bei jeder/jedem Jugendlichen ist es wichtig, Stärken, Vorlieben und besonderes Interesse für Arbeit und Beschäftigung aufzuspüren. Ob in einer Tagesheimstätte, an einem geschützten Arbeitsplatz, bei einer Anlehre, Lehre, Höheren Schule oder an einer Universität, die neue Aufgabe sollte für den jungen Menschen mit Behinderung erfüllend sein. Berufsorientierung bedeutet auch Lebensorientierung. So verschieden die Menschen sind, so vielfältig sollen die Möglichkeiten von Arbeit und Beschäftigung sein.

Verschiedene Landesgesetze der jeweiligen Bundesländer bieten unterschiedliche Formen der Unterstützung im Bereich „Arbeit“ an, um individuelle Fähigkeiten der Menschen bestmöglich zu unterstützen.

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Die Republik (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.“ (Art.7 Abs.1 Bundesverfassungs-Gesetz)

Leider sieht die Realität noch häufig anders aus. Besonders wenn es darum geht, Jugendliche mit einer Behinderung am Arbeitsmarkt oder in weiterführende Bildungseinrichtungen zu integrieren, tun sich häufig Barrieren auf. Stufen im Büro, notwendige Adaptierungen am Computer, fehlende Gebärdendolmetscher/ innen als Unterstützung für gehörlose Menschen, … Die am schwierigsten zu beseitigenden Barrieren befinden sich aber oft in den Köpfen der Menschen und kommen in Form von Vorurteilen zum Tragen. Hier stellt sich die Frage, inwieweit Menschen möglicherweise erst durch diese Barrieren behindert werden?

Sie als Eltern können Ihre/n Tochter/Sohn dabei unterstützen, sich von diesen Barrieren nicht entmutigen zu lassen. Sie kennen Ihr Kind am Besten, sind Sie doch bereits fünfzehn Jahre oder länger gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, heraus zu finden, was es nach der Schule machen möchte und wie es das erreichen kann. Von großer Bedeutung ist eine gute Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen wie Schule, AMS und anderen Fachleuten, die dafür zur Verfügung stehen.

Schule
Ein wichtiger Ort, an dem Berufsorientierung auch stattfindet, ist die Schule. Je nach Schultyp gibt es verschiedene Maßnahmen, die Schüler/innen in Anspruch nehmen können. Von allgemeiner Berufsorientierung über Clearing bis zu einem Berufsvorbereitungsjahr an Sonderschulen oder einer Polytechnischen Schule und Integrativer Berufsausbildung reichen die Angebote. Die Jugendlichen sollen befähigt werden, persönliche Lebens- und Berufsperspektiven zu entwickeln. Weitere interessante Informationen erhalten Sie bei Ihrem Bezirks- oder Landesschulrat oder auf der Website der „Community Integration Sonderpädagogik“ unter www.cisonline.at.

Arbeitsmarktservice und Bundessozialamt

Am AMS und in den Landesstellen des Bundessozialamtes (siehe Serviceteil) stehen Ihnen Fachleute zur Verfügung, die darauf spezialisiert sind, Sie und Ihre/n Tochter/Sohn auf diesem Stück Lebensweg zu begleiten. Sie erhalten Beratung und Information über Amtswege, Dienstleistungen und Förderungen. Maßnahmen wie Clearing, Coaching und verschiedene Formen der Arbeitsassistenz können Jugendliche mit einer Behinderung beim Finden ihres individuellen Weges unterstützen.

Tagesstrukturen, Geschützte Werkstätten, …

Für Menschen, deren Leistungsfähigkeit aufgrund ihrer Behinderung für eine Erwerbstätigkeit nicht ausreicht oder vielleicht nicht ausreichen wird, gibt es die Möglichkeit einer berufslaufbahnähnlichen Lösung. Ihr/e Jugendliche/r kann nach Abschluss der Schule untertags in einer geeigneten Einrichtung arbeiten, z.B. in einer Tagesheimstätte. Menschen mit Behinderungen werden sozial eingegliedert – ähnlich wie bei einer beruflichen Tätigkeit. Durch fachkundige Betreuung sowie sinnvolle und nützliche Beschäftigung werden ihre Fähigkeiten gefördert und weiterentwickelt. Es gibt Angebote, die etwas mehr in Richtung Arbeit und Produktivität gehen, andere sind eher kreativ/therapeutisch ausgerichtet. Ein späterer Wechsel in ein Arbeitsverhältnis, eventuell durch Unterstützung einer Arbeitsassistenz, ist natürlich möglich. Erkundigen Sie sich rechtzeitig über verschiedene Einrichtungen in Ihrer Umgebung. Nehmen Sie Kontakt mit diesen auf und machen Sie sich ein persönliches Bild.

Interessantes

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