„Ich bin schon sechs“

„Sei vernünftig! Du bist doch kein Baby mehr.“
Durch die Annäherung der Körperproportionen an die des Erwachsenen, wirkt Ihr Kind nun nicht mehr so schutzbedürftig und süß wie früher. Der Kopf des Kindes erscheint im Vergleich zum Körper kleiner, die Arme und Beine länger und der Zahnwechsel setzt ein. Mit den äußeren Veränderungen ändern sich auch die Erwartungen der Umwelt, da das Kind nun schon „vernünftiger“ aussieht. Dabei ist zu beachten, dass Sie Ihr Kind weder über noch unterfordern. Auch wenn die Heranwachsenden nun eigenständiger handeln, sind sie in vielen Bereichen ohne die Hilfe Erwachsener überfordert, etwa in der Versorgung kleinerer Geschwister, beim selbstständigen Verköstigen oder Gestalten der Hausaufgaben und der Freizeit.

„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.“
Durch den Schuleintritt muss sich das Kind an viele neue Regeln halten und sich an eine festere Zeitstruktur gewöhnen. Vorbei sind die Tage, in denen einfach gespielt und geträumt wurde: Nun gibt es Zeiten zum Sitzen und Aufpassen, Zeiten zum Bewegen, zum Hausübung machen, für Pausen, zum Schlafengehen, etc. Diese Anforderungen entsprechen den sich in diesem Lebensalter entwickelnden geistigen Fähigkeiten. Hirnstrommessungen zeigen, dass sich das Denkmuster von Kindern um das sechste Lebensjahr langsam verändert. Sie können nun besser ihre Aufmerksamkeit willentlich lenken. Das bedeutet, dass Kinder sich selbst auf Tätigkeiten, die ihnen nicht so viel Spaß machen, für eine gewisse Zeit konzentrieren können. Wie lange dies möglich ist, hängt jedoch von der Motivation und der Konzentrationsfähigkeit ab. Es gibt Kinder, die eine Aufmerksamkeitsstörung haben und sich selbst beim besten Willen nicht lange einer Sache widmen können. Sollten Sie das bei Ihrem Kind bemerken, wenden Sie sich an eine Kinderpsychologin oder einen Kinderpsychologen.

„Ich bin doch nicht dumm, oder Mama?“
Durch Tests und Schulnoten beginnen die SchülerInnen, ihre eigenen Leistungen mit denen anderer zu vergleichen. Während Kindergartenkinder noch sehr von ihren eigenen Fähigkeiten überzeugt sind, werden SchülerInnen durch die Erlebnisse von Misserfolg und der Erkenntnis nicht überall am besten zu sein, verunsichert. Kinder definieren in diesem Alter ihre Identität vor allem über Fertigkeiten und Leistungen. Dementsprechend fällt es ihnen nicht leicht zuzugeben etwas schlecht zu können oder zu verlieren. Das in der Vorschule noch vorhandene gesunde Selbstbewusstsein droht in Gefühle von Minderwertigkeit umzuschlagen. In dieser Situation ist es als Eltern besonders wichtig, dem Kind das Gefühl von Erfolg zu vermitteln, indem Sie es loben und manchmal gewinnen lassen. Zusätzlich können Sie ihrem Kind erklären, dass niemand alles gut kann, jeder Stärken und Schwächen hat und man sich für seine Schwächen nicht schämen muss. Die Verunsicherung nicht gut genug zu sein birgt die Gefahr, dass die ursprüngliche Freude an der Schule und am Lernen in Lern und Schulangst umschlagen kann. Je sensibler Sie als Eltern ihrem Kind gegenüber sind, desto früher können Sie solchen Entwicklungen entgegensteuern.

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