Ich bin immer ich!

Jeder werdenden oder frisch gebackenen Mutter spukt das Bild der „perfekten Mutter“ durch den Kopf: Sie ist gepflegt, strahlt von einem Ohr bis zum anderen, ist stolz, überglücklich, in ihr Baby verliebt, noch dazu tüchtig und gut organisiert. Doch viele Mütter sind nach der Geburt starken Gefühlsschwankungen ausgesetzt: Leidenschaftliche Gefühle der Zärtlichkeit für das Kind, eine Hochstimmung wechseln oft mit Weinen, Belastung, Überforderung und dem Gefühl großer Traurigkeit und Verzagtheit ab.

Ungefähr 50% der Frauen erleben 2–3 Tage nach der Geburt einen richtigen Gefühlsumschwung, das Hochgefühl schlägt in den so genannten „Baby-Blues“ um. Gerda, eine junge Mutter von zwei Kindern, erinnert sich noch genau: „Die Verantwortung traf michwie ein Keulenschlag. Ich dachte auch, ich schaffe es nicht, alle Bedürfnisse meines Babys rechtzeitig zu stillen. Ich traute mich nicht zu duschen, oder sogar auf die Toilette zu gehen, denn Felix hätte ja inzwischen schreien können. Ich war überfordert, und mich plagte auch das schlechte Gewissen, da ich nicht so eine überglückliche Mutter war, wie ich hätte sein sollen. Die übermächtige Liebe zu meinem Sohn kam erst später.

Dieses Wechselbad der Gefühle entsteht nicht nur durch Schlafmangel und körperliche Belastung, sondern auch durch die gefühlsmäßigeAnspannung, die mit dem Mutterwerden und der Verantwortung für ein Baby verbunden sind.

Die Geburt Ihres Kindes und das Mutterwerden bewirken eine starke Veränderung in Ihrem Leben. Auch wenn die Bedürfnisse Ihres Babys vorrangig sind, brauchen Sie auch selbst nach all den körperlichen Strapazen, den seelischen Berg-und-Tal-Fahrten, die Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen, Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Wahrscheinlich haben auch Sie die Erfahrung gemacht, dass die vor der Geburt des Kindes gewohnte Zeiteinteilung nicht mehr gilt. Sie haben das Gefühl, nicht mehr über Ihre Zeit selbst verfügen zu können, nie mehr fertig zu werden, und Sie fühlen sich, besonders in der ersten Zeit, jede Minute gefordert. So seltsam Ihnen im Augenblick der Vorschlag klingen mag: Nehmen Sie sich Zeit für sich selber – und wenn es nur 10 Minuten sind, in denen Sie verträumt am Parkbankerl sitzen. Nach Schwangerschaft und Geburt ist der Körper einer Frau verändert. Es wird einige Zeit dauern, bis Sie wieder Ihre alte Figur haben. Der Bauch, die Brüste, die Scheide und der Damm zwischen Scheide und After sind in Mitleidenschaft gezogen. Wochenfluss  und oftmals auch Rückenschmerzen tragenzum Unwohlsein bei. Versuchen Sie sich auch mit Ihrem veränderten Körper anzufreunden, betrachten Sie sich liebevoll und nicht mit überkritischen Augen! Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut – auch ohne Mannequinfigur – in Ihrem Wohlfühlgewicht! Die Vorstellungen von der Idealfigur sind kulturell geprägt. Also: lassen Sie sich nicht nur von außen diktieren, wie Ihr Körper ausschauen muss.

Ein ganz wichtiger Teil Ihres Körpers ist die Beckenbodenmuskulatur. Sie spielt im Leben einer Frau eine ganz wichtige Rolle, nicht nur bei Schwangerschaft und Geburt, sondern auch bei jeder Blasen- oder Darmentleerung und beim Geschlechtsverkehr. Durch die Geburt eines Kindes werden diese Muskeln sehr beansprucht und müssen durch Übungen gestärkt werden, sonst können später Schwierigkeiten wie Blasenschwäche entstehen. Vermeiden Sie in den ersten 6 Wochen nach der Geburt schweres Heben und Tragen! Ihrer Beckenbodenmuskulatur zuliebe sollten Sie Dinge, die schwerer als 5 Kilo sind, nicht heben.

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