Ich bin dann mal auf Urlaub!

Auch wenn sich die schönsten Wochen des Jahres schon in riesengroßen Schritten auf uns zubewegen, scheint es einem, als lägen sie noch in weiter Ferne. Damit die notwendigen Vorbereitungen – die je nach Destination mehr oder weniger aufwendig sind – auch stressfrei zu bewältigen sind, sollten Sie jedoch schon vier bis sechs Wochen vor Abreise damit beginnen. Vor allem die Reisedokumente gehören rechtzeitig überprüft. So etwa muss der Reisepass in den meisten Ländern noch mindestens sechs Monate nach Ende der Reise gültig sein und genügend freie Seiten für etwaige Visa-Eintragungen haben. Das sollten Sie vor allem dann vorab bedenken, wenn Sie mehrere visumpflichtige Länder bereisen. Für jedes Visum wird mindestens eine saubere freie Seite benötigt. Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrem Reiseveranstalter, beim Konsulat, aber auch beim Außenministerium, welche Bestimmungen es für die Erteilung des Visums gibt. Oft werden – auch recht willkürlich und spontan – zusätzliche Unterlagen verlangt und für viele Länder sind bestimmte Impfungen vorgeschrieben, die nachzuweisen sind. Auch wenn Ihr Führerschein (und die Fahrzeugpapiere, falls Sie mit dem eigenen Wagen verreisen) europaweit Gültigkeit hat, hat es Sinn, sich einen Internationalen Führerschein (gültig ein Jahr ab Ausstellungsdatum) zu besorgen. Manche Mietwagenunternehmen verlangen diesen sowieso. Der Aufwand ist nicht der Rede wert und Sie ersparen sich viel Ärger. Die Ausstellung bei den Autofahrerclubs ist sofort möglich. Sie brauchen Ihren Originalführerschein und ein Foto und zahlen dafür – je nachdem ob Sie Mitglied sind oder nicht – zwischen 15 und 20 Euro.

Eine ärztliche Untersuchung vor der Buchung. Vermutlich wissen Sie bereits, wohin die Reise geht, und haben die genaue Destination schon mit Ihrem Arzt abgesprochen. Bedenken Sie, dass viele Länder in mehr als einer Klimazone liegen und oft große Höhenunterschiede haben. Eine gesundheitliche Überprüfung sollten Sie in jedem Fall in Erwägung ziehen – natürlich am besten vor der Buchung. Denn es kommt immer wieder vor, dass eine Reise aufgrund gravierender gesundheitlicher Bedenken nicht angetreten werden kann. „Bei Grunderkrankungen versteht es sich von selbst, dass das gewünschte Reiseziel erst nach der Freigabe Ihres Arztes gebucht werden sollte“, sagt Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Facharzt für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin sowie Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie in Wien. „Bei einer Fernreise in die Tropen sollten Sie sich zudem an Spezialisten wenden, denn Infektionskrankheiten können sich in diesen Ländern von einem Tag auf den anderen zu Epidemien ausweiten und wir haben die aktuellen Daten sofort zur Hand. Und wissen auch aus langjähriger Erfahrung wie diese zu deuten und welche Prophylaxen angezeigt sind.“

Verbringen Sie die ersten zwei Tage Ihres Urlaubes zu Hause. „Wir tendieren dazu, so schnell wie möglich zu verreisen, damit wir so lange wie möglich bleiben können, und bedenken nicht, dass Reisen meist mit erheblichem Stress einhergeht“, gibt Experte Kollaritsch zu bedenken. „Wer direkt aus dem Büro in das Flugzeug steigt, womöglich Klima- und Zeitzonen wechselt, erhöht das Risiko, erschöpft am Ziel anzukommen und zu erkranken.“ Hinzu kommt: „Vor allem bei längeren Flügen kann es sein, dass einem die Druck- und Sauerstoffverhältnisse sowie die meist sehr kalt eingestellte Klimaanlage zu schaffen machen und man sich die ersten paar Tage des Urlaubs mit einer bösen Erkältung herumschlagen muss.“ Wer indes halbwegs ausgeruht seinen Urlaub antritt, wird die Strapazen einer Reise gelassener hinnehmen, sich geduldig mit eventuellen Verspätungen oder sonstigen Hürden arrangieren und nicht zuletzt auch kaum gesundheitliche Probleme haben. Es sei denn, Sie leiden, wie so viele Reisende, unter Flugangst, die sich in Herzrasen, Schweißausbrüchen, Übelkeit und allgemeinem Zittern zeigt.

Keine Angst vor dem Flieger! Bei Flugangst sind Entspannungsübungen empfehlenswert: Atemübungen, autogenes Training, Muskelentspannung. Und: viele Unternehmen bieten Kurse gegen Flugangst an. Tipp: Vermeidungshaltung bringt nichts – je öfter Sie ein Flugzeug besteigen, desto eher verschwindet Ihre Angst. Gegen die Übelkeit, die meistens mit Angst zu tun hat, hilft es, eine Kleinigkeit zu essen. Auch dann, wenn Sie glauben, keinen Bissen runterzubekommen. Überdies ist es hilfreich, sich nicht wie ein Erstarrter in den Sitz zu kleben, sondern sich zu bewegen. Mit Bewegung lassen sich dann auch andere mögliche „Nebenwirkungen“ der Reise lösen. „Jede Reise über mehrere Stunden – auch vor Ort die Besichtigungstouren – birgt auch für ältere Menschen, Schwangere, für Menschen mit Venenleiden, Übergewicht, Herzinsuffizienz, aber auch für alle, die etwa die Pille nehmen oder eine Hormonersatztherapie machen, im Normalfall kein Thrombose-Risiko“, erklärt Kollarisch. Doch sei es sinnvoll, sich dazwischen immer wieder mal zu bewegen, ausreichend zu trinken (keinen Alkohol!) und wenn möglich auf Schlaf- oder Beruhigungsmittel zu verzichten. „Bei längeren Flugreisen – vor allem für die Risikogruppe der Personen mit Krampfadern – empfehle ich zusätzlich noch das Tragen von Stützstrumpfhosen.“

Reiseapotheke nicht vergessen. Eine gut gefüllte Reiseapotheke sollte jeder mit im Gepäck haben. Sie ersetzt zwar bei hohem Fieber, heftigem Durchfall und sonstigen gravierenden Erkrankungen keinen Arztbesuch, ist jedoch bei kleineren Leiden und Verletzungen unbedingt anzuraten. Bei der Auswahl von Arzneimitteln (Anwendung und Dosierung genau einhalten!), aber auch bei Insektenschutzmitteln (je nachdem wohin die Reise geht) sollten Sie sich gut beraten lassen. Medikamente, die Sie auch daheim einnehmen, müssen natürlich auch im Urlaub eingenommen werden. Teilen Sie den Medikamentenvorrat unbedingt zwischen Flug- und Handgepäck auf, vergewissern Sie sich, dass Sie Ihre Medikamente auch problemlos einführen dürfen. Sind fixe Einnahmezeiten vorgegeben, richten Sie sich auch im Urlaub daran – vergessen Sie nicht, den Zeitunterschied zu bedenken.

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