Ich bau’ mir meine Welt: Wie sich Kinder entwickeln

Auf einen Blick:
Die Entwicklungspsychologischen Phasen im Kindes- und Jugendalter

Ungeborenes Baby
Mit der Empfängnis werden Gene und damit Möglichkeiten festgelegt.

  • Im Embryonalstadium (die ersten acht bis zwölf Wochen) entwickeln sich Körperstrukturen und Organe.
  • Im Fötalstadium (ab dem 3. Monat) sind es Gehirn, Sinnesorgane, Aktivität.
  • Konstellation von Mutter und Vater ist für die genetische Basis bedeutend.
  • Verhalten der Mutter wirkt sich auf Entwicklung des Babys aus.


Säugling (Geburt bis ein Jahr)

Reflexe und Verhaltensweisen entwickeln sich.

  • Ab dem zweiten Monat steigt das visuelle Interesse für das menschliche Gesicht.
  • Bedingungen für die Aufmerksamkeit sind Vertrautheit und Neuigkeit, später sind es Solidarität und Kausalität.
  • Ab dem vierten Monat entwickeln sich Grobmotorik, Krabbeln, Raumorientierung.
  • Erste Schritte nach etwa einem Jahr.

Klein- und Vorschulkund
Entwicklung im Alter von zwei bis drei bzw. vier bis fünf Jahren.

  • Das Kind wird in die soziale und kulturelle Gemeinschaft eingeführt.
  • Kognitive Fähigkeiten formen sich.
  • Denken entwickelt sich mit der Sprache.
  • Soziale Kompetenzen durch Spielen.
  • Ab vier Jahren: Rollenspiele mit anderen.

Grundschulkind
Schulfähigkeit ist von bisher erlernten Kompetenzen abhängig.

  • Rollenspiel geht in Regelspiel über.
  • Entwicklung des Ich-Bewusstseins.
  • Verhalten nach ethischen Normen.
  • Entwicklung der Schriftsprache.
  • Entstehung von Selbstbild und Fremdbild.
  • Gruppenzugehörigkeitsgefühl ist wichtig.

Späte Kindheit
Ab dem neunten Lebensjahr geht das Kind fließend in die Jugendzeit über.

  • Grundlegende Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen sind ausgebildet.
  • Wahrnehmungen lösen sich vom Denken.
  • Neigungen & Interessen entwickeln sich.
  • Beginn der sozialen Ablösung von Eltern.
  • Gleichaltrige gewinnen an Bedeutung.

INTERVIEW mit Klaus Hurrelmann, Sozialwissenschafter
Was prägt Kinder besonders?
Im Wesentlichen machen sie nur die Erwachsenen nach. Deshalb ist ein guter und respektvoller Umgang miteinander wichtig. Dabei lernen Kinder soziale Fähigkeiten. Die Motorik entwickelt sich im Grunde von allein.

Wann soll man nachhelfen?
Manche können mit sechs Monaten laufen, mit drei Jahren schreiben oder mit fünf Jahren rechnen. Grundsätzlich gilt: Das Kind soll gefordert werden, aber nur wenn Eltern Signale dafür erkennen, dass es dafür bereit ist. Das ist die Kunst in der gezielten Förderung.

Haben Sie weitere Tipps für Eltern?

Anerkennung, Aneignung, Anleitung – darauf kommt es im Wesentlichen an. Und: Eltern sollten authentisch und ehrlich zu ihrem Nachwuchs sein. Kinder haben feine Antennen.

Autor:  Marlene Auer

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