Hoppla, ich bin schwanger – Faszination Schwangerschaft/Teil 2

Im dritten Monat ist das Baby bereits deutlich als Mensch zu erkennen, alle Organe sind bereits angelegt und zeigen – mit Ausnahme der Lunge – Ansätze von Funktion. Sie müssen jetzt nur noch reifen und sich entwickeln. Knochengewebe und Muskeln haben sich gebildet, das Gesicht des Kindes ist bereits ausgeprägt. Erste grobe Bewegungen wie Strecken der Arme und Beine, Drehen des Körpers und Öffnen und Schließen der Hände, aber auch bereits differenziertere Bewegungsmuster wie etwa Stirnrunzeln, Augenbrauen heben und Daumen lutschen kann der Fötus schon. Die äußeren Geschlechtsorgane sind bereits ausgebildet und im Ultraschall – je nach Lage des Kindes – erkennbar. Ab dem Zeitpunkt, wo das kindliche Gehirn seine Funktion aufnimmt, beginnt das Kind auf Reize von außen zu reagieren und nimmt mit allen ihm zur Verfügung stehenden Sinnen am seelischen Leben der Mutter teil. Es empfindet Unruhe, Ärger und Stress der Mutter ebenso wie es deren Entspannung und Ruhe miterlebt. Am Ende des dritten Monats wiegt das Ungeborene etwa fünfzig Gramm und ist ungefähr zehn Zentimeter groß.

Wenn auch am ersten Ultraschallbild vom Kind für den Laien wenig erkennbar ist, löst es doch bei den Eltern tiefe Berührung aus und macht das Ungewisse ein deutliches Stück greifbarer. Die Erkenntnis, dass im Bauch der Frau etwas Lebendiges, ein Mensch heranwächst, stellt den Beginn des Beziehungsaufbaus zwischen den werdenden Eltern und ihrem ungeborenen Kind dar. Bedingt durch diese Konkretisierung können bei Mutter und Vater auch Vorstellungen und Erwartungen in Gang gesetzt werden, die das Aussehen wie auch die Persönlichkeit und Eigenschaften ihres Kindes betreffen. Das Kind nimmt bereits sehr stark am Leben der Mutter teil und „antwortet“ auf angenehme wie unangenehme Reize mittels Bewegungen, die jedoch noch unbemerkt von der Mutter ablaufen.

Da der Vater nicht so unmittelbar wie die Mutter die Schwangerschaft auch körperlich erleben kann, ist es wichtig, dass auch er das Gefühl entwickelt, dass es auch „seine“ Schwangerschaft ist.

Erzählen Sie Ihrem Partner was Sie fühlen, lassen Sie ihn an den körperlichen Veränderungen teilhaben. Für die meisten Frauen steht nun ihre Weiblichkeit im Zentrum. Sie machen sich Gedanken über Veränderungen ihrer Figur und die damit verbundene – befürchtete – abnehmende Attraktivität für den Partner. Manche Frauen erleben sich selber durch die zunehmend weiblicheren Formen weniger attraktiv und werden dadurch selbstunsicherer in der Gegenwart von Freunden oder Bekannten. Geduld, Zärtlichkeit und verständnisvolles Zuhören des Partners geben der Frau Sicherheit und Selbstvertrauen. Werdende Väter erfüllen damit eine ganz wichtige Aufgabe für Mutter und Kind.

Im vierten Monat ist für das Baby die Phase der Organbildung abgeschlossen, nun beginnt die Wachstumsperiode. Sein Bewegungsdrang wird zunehmend stärker, es übt dadurch stetig die Koordination der Bewegungsabläufe. Neben dem Hör- und Sehsinn sind jetzt auch Tast-, Gleichgewichts- und Geschmackssinn gut entwickelt. All diese Sinne nehmen die unterschiedlichsten Umweltreize im Bauch der werdenden Mutter auf und leiten sie zum Gehirn des Embryos weiter. Dadurch erhält das Gehirn des Kindes die für seine Reifung notwendigen Impulse. Die Anzahl der vorhandenen Nervenzellen entspricht nun schon der von Erwachsenen. Am Ende des vierten Monats wiegt das Ungeborene rund 200 Gramm und ist etwa 15 Zentimeter groß.

Da sich der Organismus der werdenden Mutter mittlerweile an die hormonelle Umstellung gewöhnt hat, empfinden viele Frauen die derzeitige Phase als den schönsten Abschnitt der Schwangerschaft. Das Ende der Übelkeit erleben viele Frauen als große Entlastung. Ihre ursprüngliche Leistungsfähigkeit ist wieder hergestellt, sie fühlen sich ausgeglichen und erleben eine gewisse Gelassenheit.

Genießen Sie gemeinsam mit dem Partner diese Zeit der Schwangerschaft. Unternehmen Sie viel gemeinsam und teilen Sie Ihre Freude an der kommenden Veränderung. Ihre ruhige und entspannte Stimmung überträgt sich positiv auf das Kind.

Der fünfte Monat steht für das Baby ganz im Zeichen von Wahrnehmung, Bewegung und Interaktion mit der Außenwelt. Es genießt Streicheleinheiten, empfindet gleichförmige rhythmische Bewegungen der Mutter als angenehm und bewegt sich immer gezielter und koordinierter. Langsam entwickelt es seinen eigenen Schlaf- und Aktivitätsrhythmus, der nicht unbedingt dem der Mutter entspricht. Das Kind beginnt sein körpereigenes Immunsystem aufzubauen, um langsam auch für „draußen“ überlebensfähig zu sein. Am Ende des fünften Monats misst das Baby etwa zwanzig Zentimeter und wiegt rund ein halbes Kilo.

Die Hoffnung vieler Mütter, den Schlaf-/Wachrhythmus des Babys ihrem eigenen anpassen zu können, um kindliche Ein- und Durchschlafprobleme nach der Geburt zu verhindern, entspricht leider nicht der Wirklichkeit. Eine entspannte und ruhige Grundstimmung und das Vermeiden von Hektik und Stress wirken sich aber in positiver Weise auf das Ungeborene aus.

Das erste Spüren der Bewegungen des Kindes ist für jede Mutter ein unvergessliches Erlebnis. Das verstärkte Bewusstsein der Frau, dass ihr Kind eine eigenständige Persönlichkeit mit eigenen Bedürfnissen ist, steigert ihr Verantwortungsgefühl für das Wohlergehen des Kindes. Ab diesem Zeitpunkt gelingt es meist auch dem Vater leichter, mit seinem Kind in eine Beziehung zu treten. Eltern wird bewusst, dass in Zukunft in ihrem Leben alles anders sein wird, eine Fülle von Gedanken, Zweifeln und auch Ängsten können mobilisiert werden. Fragen wie „Was kommt da alles auf uns zu?“ oder „Werden wir alles richtig machen?“ stellen sich in dieser Zeit viele werdende Eltern. Verdrängen Sie diese Gedanken nicht, sprechen Sie ihre Gefühle und Ängste aus – mit dem Partner, mit Freunden oder mit anderen werdenden Eltern.

Quelle:
Eine Elterninformation der MAG ELF – Amt für Jugend und Familie der Stadt Wien
http://www.wien.gv.at/menschen/magelf/kinder/tipps.html

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen