Hobbys in Häppchen

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten? Sicher fällt Ihnen etwas ein, bei dem Sie den Alltag abschütteln und alles andere vergessen können. Dieses Gefühl, ganz bei der Sache zu sein, wünschen Sie Ihrem Kind auch … doch wie findet man ein Hobby?

Jugendliche gehen – wie bei anderen Dingen auch – den Weg von Versuch und Irrtum. Sie probieren einmal dieses, einmal jenes und machen auch schöpferische Pausen. Die einen interessieren sich plötzlich für einen ausgefallenen Sport. Die anderen geben ein Instrument auf, das sie schon fünf Jahre lang gelernt haben.

Jonathan hat für das Schifahren schon im Kindergarten Talent gezeigt. Seine Eltern bezahlen jahrelang teure Ausrüstungen und Trainings. Als er 13 ist, bleiben die Schi plötzlich im Keller. Einen Winter lang geht er mit Freunden zum Eishockey, liest in seinem Zimmer, oder tut einfach nichts. Obwohl es ihnen schwer fällt, respektieren Jonathans Eltern diese Auszeit. In der nächsten Saison beschließt ihr Sohn selbst, zum Schisport zurückzukehren.

Hobbys, zu denen man von Freunden oder Eltern überredet oder sogar gezwungen wird, machen nicht unbedingt lange Freude. Selbst auswählen zu können, ist deshalb wichtig. In der Pubertät kommt oft die Ablösung von den Eltern hinzu: „Mein Vater will, dass ich im Schwimmclub bleibe. Also trete ich erst recht aus. Und gehe Fußball spielen!“

Wenn Ihr Kind ein neues Hobby ausprobieren möchte, besprechen Sie praktische und finanzielle Möglichkeiten. Vereinbaren Sie vorher, was passiert, wenn Ihr Kind die Lust verliert: Einen Kurs oder ein Semester sollte es auf jeden Fall abschließen. Danach kann es wieder neu entscheiden. Ohne Druck oder Überredungsversuche von den Eltern.

Manchmal nehmen sich Jugendliche auch zu viel vor, oder sie unterschätzen am Semesterbeginn den Aufwand, der für die Schule nötig ist. Plötzlich ist jeder Nachmittag verplant. Auch wenn alle Freizeitaktivitäten Freude machen, sollten Sie Ihrem Kind helfen, Schwerpunkte zu setzen und auf etwas zu verzichten. Überforderung lässt sich so vermeiden. Ihr Kind braucht täglich etwas Zeit zum Trödeln, in der es machen kann, was ihm in den Sinn kommt – oder auch gar nichts. Gehen Sie mit gutem Vorbild voran und verplanen Sie auch nicht hundert Prozent Ihrer eigenen Zeit.

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