Hitzealarm bei Haustieren

Im Hochsommer, wenn die Sonne unerbittlich ihre heißen Strahlen auf die Erde schickt und die Temperaturen auf über 30 Grad ansteigen, leiden nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Tiere. Vor allem hitzeempfindliche Kaninchen, aber auch Katzen und Hunde sollten diese Jahreszeit so erträglich wie nur möglich verbringen können. GESÜNDER LEBEN gibt gute Tipps und praktische Verhaltensregeln für Hoppel & Co.

Kaninchen mögen es kühl. „Was viele nicht wissen: Kaninchen sind von Natur aus Höhlenbewohner und dämmerungsaktive Tiere, sie vertragen hohe Temperaturen nur schlecht“, klärt die Wiener Veterinärin Dr. Assunta Dietmayer auf. „Ab 30 Grad Celsius besteht ein erhöhtes Risiko für einen Hitzschlag. Wichtig ist eine gute Belüftung im Gehege, direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden.“ Bei langhaarigen Rassen
(z. B. Löwenkopfkaninchen) sollte das Fell gekürzt werden. Kühle Kacheln, ein Sandkasten  – auch angefeuchteter Sand – oder mit Wasser besprühter Rasen werden gern zu Abkühlung aufgesucht: „Auf keinen Fall sollte das ganze Gehege feucht sein. In größeren Kaninchenställen kann man feuchte Handtücher und eine Glasflasche mit gefrorenem Wasser – in ein Handtuch gewickelt – legen. Die Tiere können dann sebst bestimmen, ob sie in der Nähe bleiben möchten oder nicht.“ Sollten die Tiere tagsüber Auslauf im Garten bekommen, ist laut Tierärztin auf mehrere, gut belüftete, schattige Unterstände zu achten: „Immer wieder kommt es vor, dass Kaninchen im Sommer einfach in einem handelsüblichen Käfig auf den Balkon oder in den Garten gestellt werden und einen Hitzschlag erleiden.“ Gerade bei Kaninchen sollten Transporte zum Tierarzt bei Sommerhitze nur mit klimatisierten Fahrzeugen durchgeführt werden.

Leichtes Sommerfutter anbieten. Die ständige Versorgung mit Trinkwasser ist für Kaninchen ein Muss. Auch beim Futter sollte man achtgeben, wie Dietmayer erklärt: „Bei großer Hitze werden Kaninchen eher träge und bewegen sich wenig. Entsprechend energieärmer sollte auch die Futterration ausfallen.“ Karotten und ähnliche Gemüsesorten werden bei großer Hitze meist verschmäht: Dennoch darf man auch nicht zu viel Salat und Gurken anbieten, vor allem nicht in der Mittagssonne, warnt die Expertin: „So erfrischend diese auch sein können – wenn sich die Tiere wenig bewegen und es dazu noch sehr warm ist, kommt es durch stark wasserhaltiges Futter eher zu Fehlgärungen im Darm.“ Am besten füttert man erst gegen Abend größere Mengen Frischfutter und tagsüber nur sehr begrenzt: „Gras und Kräuter in Außenhaltung bzw. Heu dürfen und sollen Kaninchen den ganzen Tag knabbern.“

Lästige Fliegen. Gerade im Sommer kommt es häufiger zu Madenbefall bei Kaninchen, so Dietmayer: „Schmeißfliegen und Goldfliegen legen ihre weißlichen Eier gerne am Tier ab, bevorzugt in verletzte Hautregionen, im Afterbereich sowie an verkoteten Stellen. Die Maden können innerhalb von acht Stunden bis drei Tagen aus diesen Eiern schlüpfen und sich dann tief in die Haut hineinfressen.“ Das führt unbehandelt zu massiven Verletzungen und schlimmstenfalls zum Tod. Haben die Tiere zu lange Haare, sodass sie sich kaum noch selber putzen können, oder wird der Käfig nicht gründlich gereinigt oder auch bei Durchfall kommt es eher zu einem Madenbefall: „Vorbeugend kann man langhaarigen Tieren das Fell vor allem am Po stutzen.“  Achtung! Biomüll, Feuchtigkeit und Kot ziehen Fliegen an. Die beste Vorbeugung kommt aus dem Baumarkt: Ein Fliegengitter rund um das Gehege schützt die putzigen Tiere am besten vor den fliegenden Plagegeistern.

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