Hilfe, mein Kind schreit so viel !

Haben Sie so ein Schreikind?
Eines, das mehr schreit als andere oder mehr, als Sie erwartet haben? Vielleicht haben Sie ja gedacht, Ihr Kind wird überhaupt nicht oder nur sehr wenig schreien, wenn Sie es gut versorgen. Und nun machen Sie die Erfahrung, dass es einfach nicht aufhört zu weinen, manchmal sogar sehr laut und stürmisch, ganz egal, was Sie anstellen – ob Sie es anlegen, wickeln oder ihm den Schnuller geben (den es prompt wieder ausspuckt). Kaum ist es ruhig, geht es schon wieder los mit dem Gebrüll, bei Tag und auch in der Nacht. Das Kind tut Ihnen leid, Ihre Nerven werden dabei strapaziert, Sie kommen zu nichts anderem und stellen sich natürlich die Frage, ob Sie vielleicht keine guten Eltern sind, was Sie zusätzlich belastet. Es soll sogar Eltern geben, die sich durch ein Schreikind abgelehnt fühlen und glauben, ihr Kind liebt sie nicht und fühlt sich grundsätzlich nicht wohl bei ihnen.

Stimmt meine/unsere Beziehung zum Kind?
PsychologInnen neigten lange dazu anzunehmen, dass mit der Mutter-Kind-Beziehung irgend etwas nicht in Ordnung ist, wenn ein Kind viel schreit. Ich habe schon längst an dieser These gezweifelt. Es ist nicht an allem die Mutter Schuld, auch nicht beide Eltern, sondern es gibt zwischen den Kindern große Unterschiede. Manche kommen schon friedlich (zufrieden) auf die Welt, bekommen von ihrer Umgebung das, was sie zu ihrem Wohlergehen brauchen; sie melden sich, wenn es notwendig ist und sind dann wieder ruhig. Andere schreien sich ohne ersichtlichen Grund die Seele aus dem Leib. Der Volksmund, der ja bekanntlich für alles eine Erklärung hat, wartet mit passenden Sprüchen auf: Schreien ist gesund. Schreien stärkt die Lungen. Im Psycho-Zeitalter klingt das wenig überzeugend und nimmt den Eltern nicht das nagende Gefühl, dass sie irgendetwas falsch machen.

Als Erklärung las ich einmal, dass manchmal Säuglinge nach der Geburt noch ein wenig Zeit brauchen, bis sie in dieser Welt so ganz „daheim“ sind, und es bei einigen ein wenig länger dauert, bis das Zusammenspiel der Körperfunktionen – Verdauung, Schlaf, Wachen, Reizverarbeitung – optimal in Gang kommt.

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