„Hilfe! Mein Kind ist unmöglich.“

Sorgen machen kann man sich mit Kindern immer. Zuerst ist es die Angst, dass das Kleine nicht genug zu Essen bekommt, dann die Furcht, dass es sich beim Laufenlernen verletzen kann. Später fragt man sich vielleicht, ob diese Tobsuchtsanfälle jemals aufhören werden und ob es auch ausreichend für die Schularbeit gelernt hat. Dann geht es weiter mit der Angst um einen Arbeitsplatz und, und, und,… Und dann gibt es Menschen, die machen sich nie Sorgen. Die stehen scheinbar über allem und lassen sich von nichts aus der Ruhe bringen. Die bleiben noch ruhig, selbst wenn die Welt untergeht.

Es hängt also vom einzelnen Menschen ab, wie er oder sie mit den Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens umgeht. Das gilt auch für Ihr Leben mit Ihrem Kind. Sie kennen es am besten und merken daher am ehesten, wenn es sich auffällig verhält oder anders. Und es wird von Ihnen abhängen, wie Sie darauf reagieren. Als ersten Schritt weg von der Sorge hin zur Lösung können Sie sich überlegen: „Was löst das Verhalten meines Kindes bei mir aus?“
Zum Beispiel tobt und schreit die kleine Ella. Sie wollte noch im Nachthemd am Frühstückstisch herumlungern, aber jetzt muss sie sich schnell für den Kindergarten anziehen. Ihre Eltern stehen machtlos vor dem tobenden Kind und ärgern sich. Genau dieses Gefühl hat die Kleine veranlasst, den Aufstand zu proben. Ella fühlt sich übergangen, sie kann aber noch nicht sagen: „Ihr entscheidet über mich, ohne zu fragen, was ich will. Ich fühle mich machtlos. Ihr respektiert meine Gefühle nicht, und das kränkt mich.“ Also zeigt Ella, wie sie sich fühlt. Und angesichts des tobenden Kindes denken sich Ellas Eltern: „Wenn die Kleine so schreit, brauche ich jemanden, der mich tröstet, der zu mir steht und mir hilft, das durchzustehen.“ Und genau das wünscht sich auch die kleine Ella. Wenn sie das bekommt, kehrt bald wieder Ruhe ein. Es gibt also Sorgen, für deren Lösung Sie den Schlüssel mithilfe Ihrer eigenen Gefühle finden können. Was wir spüren, wenn das Kind sich „sonderbar“ verhält, ist das gleiche Gefühl, aus dem heraus das Kind so handelt.

Und dann gibt es Sorgen, wo man einfach nicht mehr weiter weiß. Aber kein Mensch verlangt von Ihnen, dass Sie immer auch selber die Lösung kennen. Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen. Es ist keine Schande, wenn man einmal ansteht. Aber es ist ein Zeichen von Schwäche, wenn man zu stolz ist, sich Hilfe zu holen. Reden Sie in Ihrer Partnerschaft über Ihre Sorgen. Manchmal nützt es auch, mit einer Freundin oder einem Freund zu reden. Oft kann man den Arzt/die Ärztin oder die Kindergärtner-in/den Kindergärtner fragen. In vielen Fällen hilft Ihnen auch die Erziehungs- bzw. Familienberatungsstelle weiter. Hilfe, werden Sie jetzt sagen, weil mein Kind Daumen lutscht und mich das beunruhigt, soll ich jetzt gleich zur Psychologin/zum Psychologen gehen? Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind sich auffällig oder plötzlich anders verhält, und Sie sind dadurch beunruhigt , dann lassen Sie nicht locker auf dem Weg nach einer Lösung. Suchen Sie sich jene Hilfe, die eine Lösung für Ihre Fragestellung findet. Lassen Sie sich nicht mit der Aussage: „Das vergeht schon wieder.“ vertrösten. Störungen sind, wie „Hilfeschreie“, oft massive Signale dafür, dass Ihr Kind in Problemen steckt. Je früher Ihr Kind fachkundige Hilfe erhält, umso besser ist es. Machen Sie sich also so wenig Sorgen wie möglich, aber sorgen Sie gut wie möglich für sich und Ihr Kind.

Tipps für Eltern

  • Daumenlutschen: Bis zum 3. Geburtstag ist Daumenlutschen eine ganz normale Form der Beruhigung für ein Kind, wenn es müde oder traurig ist. Danach kann es ein Zeichen sein, dass Ihr Kind mehr Geborgenheit oder eine Extraportion Kuscheleinheiten oder mehr Bewegung braucht.
  • Nägelbeißen: Im vierten Lebensjahr beginnen einige Kinder mehr oder weniger heftig an ihren Nägeln zu beißen. Manche dieser Kinder haben daheim zu wenig Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang auszuleben, oder haben überängstliche und übernervöse Eltern.
  • Wenn Ihr Kind immer ruhiger wird, lustlos spielt oder selten lacht, können das genauso Alarmzeichen sein wie extrem häufige Wutanfälle.

Hilfreiche Institutionen
Kinderarzt/Kinderärztin, Kinder(psycho)therapeut(inn)en, Psycholog(inn)en und Sozialpädagog(inn)en, Erziehungsund Familienberatungsstellen

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