Hilfe, ich komme in die Schule!

Wie können Eltern ihr Kind auf die Schule vorbereiten?
Martina Kudlich
Volksschullehrerin in Niederösterreich

Erwachsenen fällt es meist gar nicht so leicht, sich in die Situation von Kindern hineinzuversetzen. Das gilt auch für die Zeit des Schuleintritts – der eigene Schulbeginn liegt ja schon lange zurück. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich in dieser Zeit ganz bewusst auf Ihr Kind einstellen. Nehmen Sie die Sorgen und Probleme Ihres Kindes ernst. Aufmerksames Zuhören, wenn es von der Schule erzählt, gibt dem Kind ein Gefühl von Sicherheit in dieser schwierigen Phase der Umstellung. Auch scheinbar nebensächliche Dinge können für das Kind ein Problem sein, mit dem es erst umgehen lernen muss. Ihr Kind braucht in dieser Phase besonders viel Zuneigung, zeigen Sie daher Verständnis, und bringen Sie Geduld auf! Seien Sie auch beim Schulweg aufmerksam: Selbst wenn sich das Kind im Straßenverkehr schon gut zurecht findet, sollten Sie sich während des ersten Schuljahres immer wieder davon überzeugen, wie es sich alleine am Schulweg verhält.

Was verändert der Schulbeginn im Familienleben?
Monika Löschnak
vierfache Mutter aus Niederösterreich
 

Der Alltag ändert sich mit dem Eintritt in die Schule komplett, und zwar für die ganze Familie. Die Kinder müssen früh ins Bett, damit sie für die Schule ausgeschlafen sind. Nachmittagsaktivitäten, Zeit für Spielen und Treffen mit Freunden sind nur mehr eingeschränkt möglich. Spontan auf Urlaub fahren oder einmal gemütlich zu Hause bleiben, geht natürlich auch nicht mehr. Auch der Alltag der jüngeren Geschwister ändert sich. An Schultagen müssen auch sie früh aufstehen, weil ich ja auch die jüngeren Kinder auf den Schulweg mitnehmen muss. Am Nachmittag heißt es dann auch für die Kleinen, sich leise zu beschäftigen, damit die älteren Geschwister in Ruhe die Aufgabe machen können. Aber trotz der großen Umstellung ist der Schuleintritt auch der Beginn eines neuen, bereichernden Lebensabschnittes. Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine ältere Tochter ihrer kleinen Schwester voll Stolz die erste Gutenachtgeschichte vorgelesen hat!

Was war im Kindergarten anders als in der Schule?
Thomas

4. Klasse Volksschule mit Nachmittagsbetreuung in Wien

Der große Unterschied zwischen Kindergarten und Volksschule besteht für mich darin, dass wir in der Schule jeden Tag Hausübungen bekommen und auch lernen müssen, wie für den Sachunterrichtstest. Außerdem müssen wir jeden Tag in der Schule pünktlich sein. Im Kindergarten habe ich oft mit der Oma unter der Woche einen Ausflug gemacht oder habe in der Früh ein bisschen getrödelt, das geht jetzt in der Schule nicht mehr. Die Schule macht mir aber trotzdem Spaß, vor allem Mathematik. Außerdem treffe ich in der Schule jeden Tag meine Freunde, und wir haben einen tollen Spielplatz und Garten, wo wir uns jeden Nachmittag nach den Hausübungen austoben und Fußball spielen können. Eines habe ich aber schon in der 1. Klasse Volksschule bemerkt: Wenn ich im Unterricht gut aufpasse – und ich muss ja sowieso da sein –, dann fällt mir die Hausübung danach viel leichter, und ich muss auch sonst nicht mehr so viel lernen.

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