Her mit der guten alten Seife!

Nachhaltigkeit bei Kosmetik und Körperpflege ist keine Hexerei. Mit einfachen Maßnahmen kann man seinen persönlichen Beitrag zur Müllvermeidung leisten.

Im Badezimmer meiner Oma roch es nach Rosenblüten, Kernseife und Kölnisch Wasser. Wenn man ihren Kleiderschrank öffnete, kam einem der Duft von Lavendel entgegen, der aus kleinen Leinensäckchen strömte. Unter der Abwasch mischte sich Essig, Fleckbenzin und wiederum Kernseife zum typischen Putzgeruch meiner Kindheit. Heute würde man diese Hygieneausstattung als vorbildlich nachhaltig loben – damals war es in jedem Haushalt so. Aber von den Großeltern zu lernen, ist ja keine Schande, ganz im Gegenteil. Und so sagen wir heute Müllbergen, Plastikflut und Wasserverschmutzung mit althergebrachtem Wissen den Kampf an. Nachhaltigkeit gilt daher auch bei Kosmetikprodukten als Gebot der Stunde. Und das ist gar nicht mit immens viel Aufwand verbunden, denn mittlerweile werden immer mehr Möglichkeiten angeboten. Man muss sie nur ergreifen. Wir sagen Ihnen, wie:

Festes Shampoo

Sieht aus wie ein Seifenstück, enthält aber alles, was wir von flüssigem Haarshampoo gewöhnt sind außer Wasser. Daher wird entweder gar keine Verpackung benötigt, oder nur Papier. Man reibt mir dem „Shampoo Bar“ über das feuchte Haar, schäumt das Reinigungsmittel auf, verteilt es und duscht es ab. Eine anschließende Spülung mit Apfelessig (2 Tl auf 1l Wasser) verleiht den Haaren Glanz und hilft gegen Austrocknung. Es bleibt kein unangenehmer Geruch zurück.

Bio-Wattepads

Wer beim Abschminken nicht auf Wattepads verzichten will, wählt solche aus Bio-Baumwolle im Papierkarton. Es werden auch abwaschbare Abschminktücher oder Make-up remover Handschuhe angeboten. Ganz neu sind Bambus-Kohle-Schwämmchen, die man vor der Anwendung nass macht und nachher einfach ausspült.

Bambus-Zahnbürste

Plastik im Mund ist sowas von gestern – jetzt sind leicht verrottbare Materialien zum Schrubben der Beißerchen angesagt: Aus Buchenholz oder Bambus mit Naturborsten oder Bio-Nylon (Grundstoff Rizinusöl). Auch Biozahnpasta und Zahnputztabletten haben schon den Weg in die Drogeriemarkt-Regale gefunden.

Nachfüllen statt Wegwerfen

Flüssige Handseife und Duschgel entweder bei Nachfüllstationen in mitgebrachte Behälter geben oder zumindest große Nachfüllpackungen für zu Hause kaufen, die man, nachdem sie leer sind, recyceln kann. Seifenspender aus Keramik oder Glas können immer wieder verwendet werden und verschönern auch noch das Badezimmer.

Eine scharfe Sache: Rasierklingen

Wie elegant die Herren früher zu glatten Schmusewangen gekommen sind: Rasierpinsel, -Seife, Metallrasierer mit auswechselbaren Klingen in der edlen Holzkassette. Das liegt wieder voll im Trend, spart jede Menge Plastik-Einweg-Müll. Nachhaltige Rasierer mit Holzgriff gibt es auch für Damen zum Entfernen von Körperbehaarung. Rasieröl wäre in diesem Zusammenhang Schaum vorzuziehen. Noch umweltfreundlicher ist „Sugaring“, also die Depilation mittels Zuckerpaste.

Ab in den Kübel?

Und last but not least: Bitte den Kosmetikeimer im Bad nicht mit einem Plastiksackerl auskleiden! Es gibt Behälter mit herausnehmbaren Kübeln, die einen Henkel haben, damit kann man den Inhalt dann gleich direkt in die Mülltonne kippen. Übrigens: Innerhalb der EU haben die Kosmetikhersteller die Verwendung von festem Mikroplastik („Microbeads“) in Reinigungs- und Peelingprodukten bereits eingestellt, bis 2026 bzw. 2028 sollen sie auch aus Haarpflegemitteln und Cremes verschwunden sein. Meine Oma würde sich freuen. Und meine zukünftigen Enkel sowieso.

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