Heilfasten Das gönn ich mir!

Jede Religion kennt die eine oder andere Form der körperlich-geistigen Reinigung. Mittlerweile ist Fasten bzw. Heilfasten zu einem Trend geworden – was nicht negativ gemeint ist, wie Klaus Rebernig, Veranstalter der Fastenwochen im Kloster Pernegg (NÖ), betont: „Immer mehr Menschen wollen wieder zu sich finden, sich wieder selbst spüren, denn im Alltag bleibt dafür oft keine Zeit. Wir laufen ständig auf vollen Touren, sind allzeit bereit und verfügbar. Hier bietet Heilfasten – oder ‚Fasten für Gesunde‘, wie wir es in Pernegg nennen – die Möglichkeit, die Sehnsucht nach Stille und Verzicht zu befriedigen.“

Wenn Gäste fasten … Schon seit 1992 kann man im Kloster Pernegg Heilfasten, seit bald zehn Jahren finden die Fastenkurse allerdings unter der Leitung von Rebernig statt, den es eher zufällig ins Waldviertel verschlagen hat: „Zukunftsforscher Mathias Horx hat einmal geschrieben: ‚Wellness wird Selfness.‘ Kurz darauf kam ich das erste Mal nach Pernegg und habe mir gedacht: Das könnte Selfness sein“, so Rebernig, der daraufhin ein Jahr im Kloster Pernegg gelebt hat und dabei eben nicht nur die Stille, sondern auch seinen neuen „Job“ gefunden hat. Auch im Heilfasteninstitut Fessler in Losenstein (OÖ) finden sich vorwiegend Gäste, die sich aufgrund von Überlastungen – sei es im Beruf, sei es im privaten Bereich – eine Auszeit nehmen. Laut Institutsgründer Roman Fessler gibt es aber ebenso viele Menschen, die im Rahmen einer geführten Fastenkur ihr Gewicht reduzieren bzw. regulieren möchten: „Viele unserer Gäste haben schon etliche Diäten hinter sich. Dabei kam es im Anschluss nicht nur zum Jo-Jo-Effekt, die Menschen wurden mehr und mehr frustriert.“ Nach einer Fastenkur in Fesslers Institut geht man nach nur zehn Tagen mit fünf bis zehn Kilo weniger, dafür aber mit einer gehörigen Portion Motivation nach Hause. Außerdem hat man – sofern gewünscht – an die 16 Stunden „Gehirnwäsche“ hinter sich, wie Fessler sagt: „Neben Wanderungen und verschiedenen Behandlungen bieten wir fundierte Ernährungsvorträge an, bei denen wir den Gästen die Wichtigkeit einer dauerhaften Ernährungsumstellung in Kombination mit Bewegung näherbringen.“

Gemeinsam fasten. Aus welchem Grund man sich auch für eine Fastenkur entscheidet, es macht auf jeden Fall Sinn, sich dafür in die Hände von Experten zu begeben – schon allein wegen der sogenannten Fastenkrise, die am dritten oder vierten Tag eintreten kann. Meist sind es Fastenanfänger, denen diese Kopfzerbrechen bereitet. Umso wichtiger ist es, dass man in dieser Situation nicht allein ist, sondern sich an ausgebildete Fastenbegleiter wenden kann. Dabei handelt es sich bei der Fastenkrise um einen ganz natürlichen und für den Körper überaus wichtigen Vorgang, wie Rebernig vom Kloster Pernegg erklärt: „Die meisten konsumieren zu viele Säurebildner, wie Fleisch, Kaffee, Süßes usw. Ernährt man sich dann beim Heilfasten nur mehr basisch, ist der Körper in den ersten Tagen damit beschäftigt, die überschüssige Säure aus dem Körper zu entfernen und dabei kann es zu einer mehr oder weniger massiven Fastenkrise kommen.“ Dabei spielen Vorbereitung, Darmentleerung und insbesondere Beratung sowie Zuspruch durch Fastenbegleiter und andere Fastende eine ganz wichtige Rolle. Fasten in der Gruppe ist ohnedies ein ganz wesentlicher Punkt, denn es hilft, wenn man sich etwa bei gemeinsamen Spaziergängen austauschen kann. Doch selbst wer die Stille sucht, kann diese in der Gemeinschaft finden bzw. fällt einem die „gemeinsame Suche“ mitunter sogar leichter. Wer es nämlich nicht gewohnt ist, dass es im Zimmer weder Fernseher noch Bilder gibt oder dass mittwochs Stilletag ist – wie das etwa in Pernegg der Fall ist –, für den kann die Gruppe regelrecht zum Segen werden.

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