Halte deine Nieren fit!

300 Mal am Tag läuft unser Blut durch die Filteranlagen des menschlichen Körpers – die Nieren. Und jedes Mal wird der rote Lebenssaft dabei gereinigt. Ohne diese permanente Säuberung könnte der Mensch nicht überleben. Weil die Nieren die Abfallprodukte des Stoffwechsels entfernen, könnte man sie als eine Art Kläranlage des Körpers bezeichnen, doch das ist längst nicht alles. Sie erfüllen eine Vielzahl weiterer lebensnotwendiger Aufgaben: Sie regulieren den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ebenso wie den Säure-Basen-Haushalt und geben Hormone in das Blut ab, die den Blutdruck, rote Blutkörperchen und den Knochenstoffwechsel regulieren.

Vorsicht „stille Killer“! Gehen die Nierenfunktionen langsam verloren, merken wir das nicht. Nierenkrankheiten gelten als „silent killers“. Stille Killer also, denn sie schädigen den Körper langsam, still und heimlich, ohne dass man Beschwerden verspüren würde. Treten Beschwerden auf, ist die Schädigung meist bereits weit fortgeschritten und die Nierenfunktion schon stark vermindert. Weil Nierenerkrankungen meist keine eindeutigen Symptome auslösen, kann eine Frühdiagnostik nur durch einen Laborbefund erfolgen. „Besteht ein Verdacht auf eine Nierenschädigung oder liegt eine Erkrankung wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck vor, können einfache Blut- und Urinuntersuchungen entscheidende Hinweise liefern. Risikopatienten sollten ihre Nierenfunktion einmal im Jahr untersuchen lassen“, so der Appell von Primar Univ.-Prof. Dr. Erich Pohanka, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie und leitender Nierenspezialist im AKH Linz. Zu den Risikogruppen zählen Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder vererbter Veranlagung. Eine Erstabklärung erfolgt beim Hausarzt oder Internisten. Wird eine deutlich eingeschränkte Nierenfunktion festgestellt, sollte man einen internistischen Nierenspezialisten (Nephrologen) aufsuchen.

Je früher, desto besser. Je früher eine Nierenerkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Eine Therapie kann eine Schädigung verhindern oder deren Verlauf verbessern. Die konkrete Behandlung richtet sich nach der Art der Erkrankung und deren Verlauf. „Sehr wichtig ist es, dass Patienten Selbstverantwortung übernehmen. Sie sollten also möglichst gesund leben und vereinbarte Therapien diszipliniert durchführen“, so Prof. Pohanka.

 

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