Guter Hoffnung sein?

Oft erschüttert dann aber genau die Pränataldiagnostik das Vertrauen auf eine normale Entwicklung, da die ständige Suche nach „Fehlern“ und Abweichungen verunsichert. Vor allem wenn vor der Untersuchung nicht geklärt wird, welche Methode was aussagen kann. Auch ist die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten nicht die erhoffte klare Aussage „Alles o.k.!“.

Pränataldiagnostik umfasst spezielle medizinische Untersuchungen in der Schwangerschaft, um das Wachstum des ungeborenen Kindes zu beurteilen, sowie um Auffälligkeiten zu erkennen, die Hinweise auf Erkrankungen oder Behinderungen sein können.

Wissen sollte jede Schwangere: 97 % aller Kinder kommen gesund zur Welt!

Nicht-invasive Untersuchungen werden nur außerhalb des Körpers vorgenommen. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen, speziell Nackendichtemessung, Doppler- Ultraschall und Organscreening sowie mittels Blutabnahme bei der Mutter der Combined Test und der Triple Test.

Außerdem umfasst die Pränataldiagnostik auch invasive Methoden, dazu gehören Chorionzottenbiopsie (Entnahme von kleinen Bestandteilen aus der Plazenta), Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) und Chordozentese (Nabelschnurpunktion). Routinemäßig gehört zur Schwangerenvorsorge, dass regelmäßig vom Facharzt/ärztin Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt werden. Im Mutter-Kind-Pass sind zwei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Diese werden auch von den Krankenkassen bezahlt. Üblich ist auch die Nackendichtemessung mittels Ultraschall. Bei auffälligem Befund wird meist zur Abklärung eine weitere Methode vorgeschlagen.

Ein paar Anregungen zum Überlegen:

  • Jede Schwangere kann selbst bestimmen, ob sie Pränataldiagnostik in Anspruch nehmen will und wenn ja welche.
  • Bei jedem „normalen“ Ultraschall kann bereits eine Abweichung und Auffälligkeit diagnostiziert werden.
  • Nicht jede Krankheit/Behinderung ist durch Pränataldiagnostik erkennbar.
  • Auffällige Befunde können vor weitere schwerwiegende Entscheidungen stellen.
  • Pränataldiagnostik ist keine Garantie auf ein gesundes Kind!
  • Sollte ein Befund auffällig sein, möglichst in Ruhe und ohne Zeitdruck weitere Schritte überlegen und nicht sofort entscheiden.

Autor: Hebamme Monika Osazuwa
Hebammenzentrum – Verein freier Hebammen, Wien
E-Mail: freie-hebammen@hebammenzentrum.at

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