Gute Nachricht von der „Herzfront“!

Anlässlich des nahenden Weltherztages gibt Kardiologe Prof. Dr. Thomas Stefenelli einen aktuellen Überblick: Geringere Sterblichkeit bei Kreislauferkrankungen, die Lebenserwartung steigt.

Enorme Fortschritte bei Diagnose und Therapie in der Kardiologie haben in den vergangenen Jahren zu einem beeindruckenden Rückgang der Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen geführt. Verbunden mit Zunahme der Lebenserwartung. Starb bis vor nicht allzu langer Zeit die Hälfte aller Menschen an Herzinfarkt und Hirnschlag, so ist diese Quote laut Statistik Austria 2020 in Österreich auf rund ein Drittel (35,7%) gesunken. An zweiter Stelle folgen übrigens Krebs (22,9%), danach Krankheiten der Atmungs- und Verdauungsorgane, COVID-19-Infektionen und Verletzungen. Was die erfreuliche Veränderung an der Herzfront betrifft, kennt Facharzt Univ.-Prof. Dr. Thomas Stefenelli die Hintergründe: „Früher dominierten der Herzinfarkt und meist entzündliche Veränderungen der Herzklappen. Das hat sich durch neue Medikamente, verstärkten Einsatz von Herzkathetern und verbesserte Operationstechniken verschoben: Um zwei Drittel weniger Patienten, die an einem Infarkt versterben, allerdings mehr Fälle von Herzschwäche (Insuffizienz), Vorhofflimmern und Verkalkungen der Herzklappen (zum Beispiel Aortenstenose).“ Was sich genau getan hat, beschreibt Dr. Stefenelli wie folgt: „Beim Herzinfarkt können nun die Engstellen in den zuführenden Arterien so rasch beseitigt werden (Medikamente, Stents), dass viel mehr Betroffene überleben. In Wien hat die Rettung etwa ein spezielles Infarktnetz eingerichtet. Die Zahl der Patienten mit Herzschwäche nimmt leider zu, weil mit Risikofaktoren weiter leichtsinnig umgegangen wird – Rauchen, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht! Rhythmusstörungen lassen sich mit Medikamenten so gut behandeln, dass gefürchtete Komplikationen wie Schlaganfälle immer seltener auftreten. Neueste Operationsmethoden verbessern die Chancen bei Herzklappenfehlern eindrucksvoll.“ 
Weltherztag Am 26. September findet wie alle Jahre der Weltherztag statt. Mit dem Ziel, Bewusstsein für unsere Pumpe zu wecken, auf Warnsymptome hinzuweisen und natürlich neue diagnostische und therapeutische Verfahren vorzustellen. Prof. Stefenelli nimmt in diesem Zusammenhang zur Vorbeugung Stellung: „In 9 von 10 Fällen lässt sich ein Herzinfarkt auf fünf Risikofaktoren zurückführen: Rauchen, erhöhte Blutfette (LDL-Cholesterin!), Bluthochdruck und Diabetes. Da sind Betroffene gefordert, ihren Lebensstil zu ändern und sich entsprechend behandeln zu lassen! Ich empfehle bewusste Ernährung, regelmäßige Ausdauerbelastung, Blutdruck- und Pulsmessung – zum Beispiel ein Tagesprofil mit 12 Messungen, die Ergebnisse dem Arzt zeigen, konsequente Einnahme der verordneten Medikamente (!), Laborkontrollen, Kontrolluntersuchungen. Bewährt hat sich ein ‘Tagebuch‘ zur Dokumentation der Ergebnisse für den Arzt.“ 
Wichtige Warnhinweise Bei Angina pectoris, spontanen Ohnmachtsanfällen, plötzlich auftretender Atemnot, unerklärlichem nächtlichem Husten, Gewichtszunahme ohne ersichtlichen Grund und geschwollenen Beinen sowie Episoden von raschem Puls (Herzrasen, egal, ob gleichmäßig oder unrhythmisch) bitte sofort den Arzt konsultieren!

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