„Gut gebrüllt, Baby!“

Der kleine Simon liegt still im Bett und betrachtet neugierig das Vogel-Mobile, das über ihm hängt. Plötzlich geht alles blitzschnell: Simon verkrampft sich, seine Stirn legt sich in Falten, er verzieht die Mundwinkel und beginnt laut zu schreien. Simons Vater läuft herbei und beginnt seinen Sohn zu beruhigen. Als Simon 20 Minuten später friedlich schläft, wundert sich sein Vater immer noch darüber, was der Grund für die Unruhe seines Sohnes war.

Besonders beim Weinen und Schreien fehlt vielen jungen Eltern und vielleicht auch Ihnen die „Gebrauchsanweisung“ für ihr Kind in den ersten Lebenswochen. Das ist normal, und je  mehr Sie Ihr Kind beobachten, desto schnellerwerden Sie seine eigene „Sprache“ erfassen und verstehen. Denn bereits Neugeborene haben eine vielfältige und vor allem eigene Art, sich mit ihrem Gesichtsausdruck, ihrer Stimme und mit ihren Bewegungen mitzuteilen. Daher ist es für Eltern von Neugeborenen wichtig, die besondere „Sprache“ ihres Kindes kennen- und verstehen zu lernen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Körperbewegungen, das Weinen und das Lachen Ihres Kindes zu beobachten. Bereits wenige Tage nach der Geburt können Sie an den unterschiedlichen Formen des Weinens erkennen, was Ihrem Baby fehlt. Das Weinen vor Hunger klingt anders als das Jammern aus Müdigkeit. Das Weinen aus Schmerz ist schrill, der Ruf nach den Eltern, wenn sich das Baby verlassen fühlt, hat wieder einen anderen Ton. Auch das Temperament des Babys und sein Entwicklungsstand beeinflussen die Art und Häufigkeit des Weinens. Es gibt auch ein Schreien ohne erkennbaren Grund. Es tritt meist in den Abendstunden auf und wird daher auch „Dämmerschreien“ genannt. Das Dämmerschreien tritt zunehmend in den ersten 2 Monaten auf und nimmt nach dem 3. Monat stark ab.

In den ersten Lebenswochen ist es für das Baby sehr wichtig, dass seine Eltern sehr schnell auf sein Weinen und Schreien reagieren. Durch die Zuwendung und das Vertrauen von Mama und Papa entwickelt das Neugeborene jeden Tag ein Stück mehr Vertrauen zu sich selbst, zu seinen Eltern und zu seiner Umwelt. Es lernt, sich immer besser auszudrücken, und so können Sie Ihr Kind dann wieder besser verstehen. Übrigens: in dieser frühen Lebensphase weinen Kinder nur, wenn sie Hilfe brauchen. Sie setzen ihr Weinen noch nicht ein, um die Eltern zu manipulieren. In den ersten 3 Monaten ist das Gehirn des Babys nicht so weit entwickelt, dass es aus seinem Verhalten Rückschlüsse ziehen kann. Sie können also Ihr Neugeborenes in den ersten Monaten gar nicht „verwöhnen“.

Ein Baby weint …

  • …weil es hungrig ist.
  • …weil es müde ist und Mühe mit dem Einschlafen hat.
  • …weil es zu früh aus dem Schlaf geweckt wurde.
  • …weil ihm zu kalt oder zu warm ist.
  • …weil verschluckte Luft im Magen oder im Bauch drückt.
  • …weil die Windel voll ist oder es einen wunden Popo hat.
  • …weil es durch fremde Personen oder Umgebungen verunsichert ist.
  • …weil es sich alleine fühlt und Kontakt braucht.
  • …weil ihm die Umgebung zu hell oder zu laut ist.
  • …weil es zu vielen Reizen ausgesetzt wurde.

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