„Gut begonnen ist halb gewonnen“

Franziska hält ihre blaue Schultüte ganz fest in der einen, ihren Papa ebenso fest an der anderen Hand. Mit einer Mischung aus Neugier, Freude, Stolz und auch ein bisschen Angst steht sie vor der Schule. Endlich ist es so weit! Der erste Schultag ist ein ganz besonderes Ereignis im Leben eines Kindes. Wenn Franziska das erste Mal in die Schule geht, betritt sie nicht nur ein neues Gebäude, sondern eine ganz neue Welt! Wie es einem Kind in dieser neuen Welt geht und ob es seinen Weg darin findet, können Sie als Mutter und Vater stark beeinflussen:

Eine der ganz wichtigen Startbedingungen ist die Alltagsorganisation daheim in der Familie: Eine gute Zeiteinteilung erspart Ihrem Kind  Stress in der Früh und lässt es den Tag angenehm anfangen. Wussten Sie, dass eine Umstellung der biologischen Vorgänge, wie Essen und Schlafen, bei Menschen 14 Tage braucht? Beginnen Sie daher früh genug damit, den Tagesablauf Ihres Kindes behutsam an die geforderte Zeitstruktur während der Schule anzupassen. Meistens bedeutet das, dass ein Kind am Abend früher schlafen gehen und am Morgen früher aufstehen muss. Der Schulbeginn bringt aber nicht nur Veränderungen für Ihr Kind mit sich. Stellen Sie sich darauf ein, dass sich die Wochenplanung, das Freizeitprogramm und die Urlaubsplanung Ihrer gesamten Familie ändern werden. Waren bis jetzt nur berufliche Vorgaben Fixpunkte, die eingehalten werden mussten, hat nun auch Ihr Kind auf einmal einen verpflichtenden Stundenplan, auf den Sie Rücksicht nehmen müssen. Geben Sie sich Zeit: Es braucht einfach eine Weile, bis sich Ihr Kind und die ganze Familie auf die neue Situation eingestellt haben und Schule, Freizeit und Hausaufgaben unter einen Hut gebracht werden können! Oft ist es ganz klar, in welche Volksschule Ihr Kind gehen wird. Manche Eltern stehen auch vor der Qual der Wahl. Wenn Sie auswählen können, dann suchen Sie für Ihr Kind jene Schule aus, die zu seinen Fähigkeiten und zu seiner Persönlichkeit passt. Ihre Erfahrungen und Ihr Gefühl können Ihnen als Kompass bei der Auswahl dienen. In Österreich gibt es bereits in der Volksschule unterschiedliche pädagogische Schwerpunkte. Alle Schulen sind bemüht, den Unterricht an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen und so weit wie möglich auf das unterschiedliche Lerntempo der Kinder Rücksicht zu nehmen. Offenes Lernen und Lernen mit Spiel gehören eigentlich schon zum Standard. Die Schulen bieten immer mehr spezielle Schwerpunkte an, z.B. Waldorfpädagogik, Montessoripädagogik, Sprachenförderung. Berücksichtigen Sie auch das zusätzlich zu zahlende Schulgeld bei privaten Schulen.

Neben den persönlichen Fähigkeiten und Eigenheiten Ihres Kindes sollten Sie eine geeignete Schule nach der praktischen Erreichbarkeit, nach Betreuungsangeboten für den Nachmittag und nach Ihren finanziellen Möglichkeiten auswählen.

Unterstützen Sie Ihr Kind in der turbulenten Startphase daheim mit einem gemütlichen Nest: Die vielen neuen Eindrücke beschäftigen Ihr Kind und fordern es stark. In dieser Zeit braucht es Bezugspersonen zu Hause, die ihm aufmerksam zuhören, und einen vertrauten Platz, an den es sich zurückziehen kann. Aus der Geborgenheit heraus wird Ihrem Kind der Schritt in „die neue Welt“ viel leichter fallen!

Was ist eigentlich die allgemeine Schulpflicht?
Das bedeutet, dass jedes Kind, das bis zum 31. August das sechste Lebensjahr vollendet hat, im selben Jahr die Pflicht hat, in die Schule zu gehen. Die Eltern sind daher verpflichtet, dem Kind den Schulbesuch zu ermöglichen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind mit der Schule überfordert sein könnte, dann wenden Sie sich an die Schulleitung. Für Kinder, die zwischen dem 1. September und dem 31. Dezember das sechste Lebensjahr vollenden und von der Schule nicht überfordert wären, gibt es die Möglichkeit der vorzeitigen Einschulung.

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