Gesundheit durch Heilkräuter

Wer sich mit Heilkräutern befasst, der macht sich nicht nur klein, um sich den kraftvollen Geschöpfen zu nähern, die nur eine geringe Wuchshöhe erreichen. Es gilt genauso, sich nach oben zu wenden, wo die Bäume ihre Äste dem Licht entgegenstrecken. An den Bäumen kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes anlehnen, um dem Leben wieder festen Halt zu verleihen. Ein besonderer Vertreter der europäischen Flora ist die Esche (Fraxinus excelsior). Sie zählt zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Zu ihrer botanischen Verwandtschaft gehören somit der Olivenbaum, der Flieder, der Liguster und die Forsythien. Die Esche kann die stattliche Größe von über 40 Metern erreichen. Sie ist an ihren gefiederten Blättern leicht zu erkennen. Die Blüten hängen in Rispen, die im April und Mai vor dem Austrieb der Blätter erscheinen. Daraus bilden sich in der Folge die Flügelfrüchte, die auch nach dem Laubabwurf im Herbst zu sehen sind und von einigen Vogelarten gern als Futter verwendet werden. Für den Wanderer ist es auch im Winter ein Leichtes, einen Eschenbaum zu bestimmen, da sich an seinen Zweigen schwarze Knospen befinden, die bei keiner anderen Baumart zu sehen sind. Die Esche ist ein beliebter Hausbaum, dessen Holz seit jeher geschätzt und verwendet wurde. Doch wurden auch gerne die Blätter als beliebte Futterbeigabe dem Vieh gereicht und deren Saft als Heilmittel bei Schlangenbissen verwendet. In der Volksheilkunde gelten Eschenblätter auch heute noch als harntreibende und mild abführende Droge. So kennt man ihre Verwendung in der Zubereitung eines Tees und als Badezusatz. Selbst dem Salat kann man frische Blätter beimengen, wobei jedoch auf ihren bitteren Geschmack hinzuweisen ist, der nicht jedermanns Sache ist. Aus den Eschenfrüchten lässt sich wiederum ein alkoholischer Auszug herstellen, der zu Körperabreibungen dient und ähnlich wie der berühmte Franzbranntwein wirkt. In der schönen Jahreszeit ist es angesagt, die eine oder andere Wanderung durch unsere schöne Landschaft zu unternehmen. Kommt man an einer Esche vorbei, so kann man ein paar Blätter in die Schuhe legen, um so die ermüdeten Füße zu erfrischen. Und wer sich eine Wunde zugezogen hat, kann frische Eschenblätter als Auflage verwenden, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Schließlich darf auch unser Wesen von der Esche profitieren. Wer besonnen, geduldig und dennoch geistesgegenwärtig sein möchte, der suche die Nähe dieses mächtigen Ölbaumgewächses auf, um gerade diese Tugenden in seinem Schatten zu stärken.

Buchtipp: Heilkräuter aus dem Klostergarten
In seinem neuen Buch „Heilkräuter aus dem Klostergarten“ erzählt Benedikt Felsinger von den Wundern der Natur und den Gaben, die uns Gott gegeben hat. Er beschreibt detailreich zahlreiche Heilkräuter und Pflanzen – und gibt Tipps, wie wir dank deren Hilfe gesund bleiben – oder werden.
Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, Heilkräuter aus dem Kloster-garten,
Ueberreuter, 160 Seiten, 19,95 Euro.

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