Gesundheit durch Heilkräuter

Fühlen Sie sich auch in die Kindheit zurückversetzt, wenn Sie irgendwo eine Klette am Wegrand stehen sehen? Wie gern haben wir doch damals die Fruchtstände dieser großen Pflanze mit ihren haftenden Widerhaken nach unseren Spielgenossen geworfen! Es gehört eben auch zur Strategie der Klette, die vorüberziehenden Tiere und Menschen dazu zu verwenden, kostenlos an einen anderen Ort transportiert zu werden. Doch ganz ohne Lohn lässt uns der bewaffnete Korbblütler nicht zurück, wenn Herrl und Hund sich z. B. nach einem Gang quer durch die Natur von den Klettensamen befreien.

Die Große Klette (Arctium lappa) hat ihr ursprüngliche Heimat auf dem europäischen Kontinent, hat sich aber schon auf andere Erdteile verbreitet. Ihren Standort wählt die Heilpflanze gern auf Schuttplätzen, auf Brach- und Ödland, an Feldrainen und Uferböschungen. Als zweijährige Pflanze treibt die Klette ihre große fleischige Wurzel in den Boden und bildet darauf im ersten Jahr eine Blattrosette aus. Erst im zweiten Jahr wachsen die großen, rötlich gefärbten Stängel empor, auf denen dann die charakteristischen Blüten und in weiterer Folge die kugeligen Fruchtstände erscheinen. Die Blütezeit der Großen Klette erstreckt sich von Juli bis August. Nun, was ist denn für die Heilkunde von unserem anhänglichen Gewächs von Interesse? Zum Sammelgut zählen hier die Wurzel, das Kraut, die Blätter und die Samen. Die Wirkstoffe der Klette tragen unter anderem dazu bei, dass das Blut gereinigt wird, was sich wiederum positiv auf die Haut auswirkt. So kennt die Volksheilkunde einen Tee zur Behandlung von Hauterkrankungen. Dieser wird im Kaltansatz folgendermaßen zubereitet: Man nimmt 1 bis 2 Teelöffel frischer und zerkleinerter Klettenwurzel und gibt diese in eine Tasse mit Wasser. Mehrere Stunden stehenlassen, dann aufkochen und abseihen. Über den Tag verteilt trinkt man dann den fertigen Tee schluckweise.

Die Klette darf man aber auch über die Schwelle der Küche treten lassen. Vielleicht ist es manchen Lesern ganz neu, dass man die jungen Blätter der Pflanze kochen und wie Spinat dünsten kann. Selbst die Stängel der Klette lassen sich verwerten und wie Schwarzwurzeln zubereiten. Es ist sicher einen Versuch wert, einmal etwas ganz anderes auszuprobieren.
Zu guter Letzt sei erwähnt, dass man aus der Wurzel der Großen Klette mithilfe naturbelassenen Olivenöls ein Stärkungsmittel für Haar und Kopfhaut herstellen und vorbeugend gegen Haarausfall einsetzen kann.

Heilkräuter aus dem Klostergarten
In seinem neuen Buch „Heilkräuter aus dem Klostergarten“ erzählt Benedikt Felsinger von den Wundern der Natur und den Gaben, die uns Gott gegeben hat. Er beschreibt detailreich zahlreiche Heilkräuter und Pflanzen – und gibt Tipps, wie wir dank deren Hilfe gesund bleiben – oder werden. Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger, Heilkräuter aus dem Klostergarten Ueberreuter, 160 Seiten, 19,95 Euro

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