Gepflegte „Visitenkarte“

Raue Hände, rissige Nagelhaut, schuppige Ellbogen – nichts, was man gerne herzeigt. Wie Sie das am besten ändern können. Zitrone gegen schuppige Stellen. Bei der Handpflege Ellbogen nicht vergessen! Peeling, Öle und Cremen machen die Hände wieder streichelzart. Von Eva Rohrer

Ein Blick auf die Hände freut derzeit kaum jemanden. Ständiges Waschen und Desinfizieren, und das pandemiebedingt nun schon fast zwei Jahre, hinterlässt Spuren. Dazu vergessen viele im Sommer die Handrücken vor der Sonne zu schützen und so die Haut-Alterung zu bremsen. Die nahende kältere Jahreszeit sorgt ebenfalls dafür, dass die Hände austrocknen. Bald kommt die Heizungsluft dazu. Die Haut verliert zusätzlich Feuchtigkeit. 

Häufiges Reinigen verstärkt diesen Effekt, weil der Säureschutzmantel angegriffen wird. Vor allem Frauen neigen zu spröder Haut an den Händen, die spannt und juckt. Damit signalisiert der Körper, dass die Regulierung von Fett und Feuchtigkeit gestört ist. Sogar die Gene können hier eine Rolle spielen. Meist liegt es aber eben doch an uns, wie sehr Umwelteinflüsse dafür verantwortlich zeichnen. 

Vorsicht, zu heiß 
Außerdem ist die Haut am Handrücken sehr dünn, besitzt kaum Fettgewebe und Talgdrüsen sind nur wenige vorhanden, die für Fettnachschub sorgen können. Kein Wunder, dass sie besonders empfindlich reagiert. 

Sorgsame Pflege und Schutz gegen Umwelteinflüsse hilft Ihrer „Visitenkarte“ wieder auf die Sprünge. Häufiges Händewaschen ist zwar wichtig, um Infektionen vorzubeugen. Aber bitte kein heißes Wasser verwenden, je wärmer es ist, desto stärker weicht man die Haut auf. Am besten lauwarm und ein sanftes Reinigungsprodukt wählen. Eine gute Handcreme sollten Sie griffbereit neben das Waschbecken bzw. im Büro auf den Schreibtisch legen bzw. eine kleine Tube für unterwegs in der Handtasche parat haben. Sofort nach dem Waschen eincremen, weil die Inhaltsstoffe auf feuchter Haut besser wirken. 

Putzen niemals ohne 
Scheuer-, Fensterputz und andere Reinigungsmittel nicht an die Haut ranlassen und Handschuhe tragen. Haben Sie beruflich mit Chemikalien zu tun oder strapazieren Sie Ihre Haut mechanisch im Zuge handwerklicher Tätigkeiten, sollte die tägliche (Spezial)Pflege eine Selbstverständlichkeit sein. 

Mit sinkenden Temperaturen ist es sinnvoll, auf fettreichere (je spröder die Haut, desto mehr) Pflegeprodukte umzusteigen. In hartnäckigen Fällen braucht es eine Intensivbehandlung: Dafür gönnen Sie sich am besten am Abend vor dem Schlafengehen ein Ölbad. Mandel-, Oliven-, Avocado- und Jojoba-Öl eignen sich dafür: Tauchen Sie Ihre Hände für einige Minuten ein. Dann abstreifen, größere Mengen wegwischen, Kosmetik-Baumwollhandschuhe (in Drogerien) anziehen und über Nacht einwirken lassen. Können Sie sich mit so viel purem Öl nicht anfreunden, einige Tropfen davon direkt einmassieren oder eine fettreiche Salbe auftragen. 

Abgestorbene Hautschüppchen mit einem sanften Peeling entfernen. Die Paste/Creme kurz einmassieren, lauwarm abwaschen und die Hände trocken tupfen. Jetzt ist die Haut besonders aufnahmefähig für ein Pflegeprodukt. 

Nicht nur für den Magen… 
Eine Avocado zum Frühstück – und als regenerierende Maske: Fruchtfleisch mit der Gabel zerdrücken, ein wenig Olivenöl dazu, auf den Handrücken auftragen und etwa 15 Minuten belassen. Mit lauwarmem Wasser abwaschen. Nicht vergessen, Feuchtigkeit von innen zuführen! Über den Tag verteilt etwa zwei Liter trinken (Wasser, ungesüßte Tees), um die Haut „aufzupolstern“. 

Stark juckende Hände, Rötungen, Bläschen oder Schuppen sind mitunter Hinweis auf Kontaktekzeme oder Neurodermitis. Bei länger andauernden bzw. wiederkehrenden Beschwerden sollten diese ärztlich abgeklärt werden, weil sie außer Pflege einer speziellen Therapie bedürfen. 

Nagen Sie an den Fingern? 
Trockene, rissige Hände haben auch Auswirkungen auf Nägel und Nagelhaut, die den Nagel schützt, bis er als feste Platte sichtbar wird. Dieses Häutchen reagiert empfindlich, wenn in Stresssituationen daran herumgezupft oder gebissen wird, oft kommt es sogar zu kleinen Blutungen. Ist die Nagelhaut erst einmal eingerissen, ebnet das Keimen den Weg, die Stelle entzündet sich. Kommt Ihnen das bekannt vor? Versuchen Sie, Ihren Händen zuliebe damit aufzuhören. 

Pflegen Sie die Nagelhaut. Wächst sie mit dem Nagel mit, kann sie einreißen. Daher nach dem Waschen oder Duschen, wenn die Haut weich ist, vorsichtig zurückschieben, nicht schneiden, um Entzündungen zu vermeiden. 

Sie lieben Nagellack – trotzdem sollten Sie Pausen einlegen. Ständiges Lackieren und Entfernen des Lacks trocknet die umliegende Haut aus. Daher regelmäßig einschmieren! 

Ernähren Sie sich abwechslungsreich. Rissige Nagelhaut kann auch auf einen Mangel an Vitaminen hindeuten, vor allem der Vitamin B-Gruppe und von Vitamin D.

ZU VIEL ABGESTÜTZT

Streichen Sie über Ihre Ellbogen. Wenn sich die Haut rau und rissig anfühlt, achten Sie bei der Körperpflege auch auf diese viel beanspruchte Stelle. Wir stützen uns oft ab, die Kleidung (Wolle wird häufig nicht vertragen) reibt daran, und heißes Baden entzieht zusätzlich Fett. Umso unangenehmer, da direkt an den Ellbogen Talgdrüsen und Fettgewebe fehlen. Spannungsgefühl und Juckreiz zeigen, dass diese Körperpartie schon länger übergangen wurde. Höchste Zeit, auch sie zu pflegen. Aber bitte nicht versuchen, mit wildem Schrubben die schuppigen Hautteilchen los zu werden, sonst erreichen Sie das Gegenteil. 

Samtiges Hautgefühl 

Mildes Peeling durchführen und danach mit einer Lotion oder Creme behandeln, die rasch einzieht. Am besten gleich die Arme mit cremen für ein samtiges Hautgefühl. Sind die Ellbogen besonders trocken, eine fettreiche Salbe oder ein paar Tropfen eines guten Öles auftragen. Sauer macht nicht nur lustig, sondern auch weich: Mit zwei Zitronenhälften die Ellbogen abreiben oder den Saft auspressen und die Ellbogen für einige Minuten in die Hälften der Zitrone stecken. Die Fruchtsäure weicht die verhornte Schicht auf. Danach abwaschen und Lotion bzw. Körper-Öl einmassieren. Oder: 2 EL erwärmten Honig mit 1 EL Zitronensaft verrühren, aufstreichen und eine halbe Stunde einwirken lassen.

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