Genuss zu Weihnachten

Traditionell geht es eher deftig zu auf Österreichs Weihnachtstafeln. So werden rund um den Heiligen Abend Karpfen, Gans und, ja, auch Würstel in verschiedensten Varianten serviert. Gerade bei Letzteren kommt es darauf an, in welchem Bundesland das Weihnachtsfest gefeiert wird. Werden nämlich im äußersten Westen frische Kalbsbratwürstel mit Sauerkraut oder Mayonnaisesalat verspeist, bevorzugen die Salzburger eine kräftige Rindsuppe mit Frankfurter. Im „heiligen Land“ Tirol gibt es zu Weihnachten gerne Nudelsuppe mit Würstel, Blutwurst, Schweinsbraten oder kalte Platte. In Kärnten kennt man die Tradition „Weihnachtswürstel“ ebenfalls, wobei sie im Süden des Landes als Selchwürstel mit Sauerkraut und Schwarzbrot kredenzt werden, gefolgt von einem Kärntner Reindling mit Mohn-Rosinen-Butter. Weiter östlich steht indes der Karpfen ganz oben auf der weihnachtlichen Speisekarte: Ob gebacken, als Filet, in der Suppe oder als Sulz – sowohl die Ober- und Niederösterreicher als auch die Steirer und Wiener lassen ihrer kulinarischen Kreativität freien Lauf, wenn es um die Zubereitung dieses Süßwasserfisches geht. Übrigens: Es stimmt, dass der Karpfen etwas mehr Fett enthält als die meisten anderen Fische, aber mit nicht einmal 5 Gramm pro 100 Gramm schmeichelt er immer noch der Figur. Ganz zu schweigen davon, dass er wichtige Mineralstoffe wie Phosphor und Eisen liefert und reich an Vitamin A und B-Vitaminen ist. Neben Würstel und Karpfen hat freilich auch als Drittes die Gans Tradition – spricht man doch hierzulande von der „heiligen Dreifaltigkeit“, wenn es um das typisch österreichische Weihnachtsessen geht. Im Burgenland etwa wird das Gansl klassisch mit Rotkraut und Erdäpfelknödel aufgetischt. Schiebt man die Gans indes nach „AltWiener Art“ für mindestens zwei Stunden ins Rohr, wurde sie zuerst mit einer herzhaften Fülle – z.B. aus Maroni, Semmeln und Ei – ausgestopft.

Weihnachtlicher Biogenuss. In wie vielen österreichischen Haushalten die „heilige Dreifaltigkeit“ wirklich noch hochgehalten wird, bleibt allerdings ein aufgrund fehlender Statistiken gut gehütetes Geheimnis. Es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass heutzutage auch einmal neue Gerichte ausprobiert oder alte Klassiker aufgepeppt werden. Und vielfach entscheiden wir uns für Köstlichkeiten, die wir uns nicht jeden Tag gönnen: von überbackenen Garnelen oder Muscheln über einen gefüllten Truthahn bis zu Rehmedaillons mit „wilder Sauce“ und gebratenen Knödeln aus Roten Rüben (siehe Rezept). In jeden Fall aber verbringen die meisten von uns die Weihnachtstage zu Hause. Speziell am Heiligen Abend bleiben die Tische in Restaurants und Gasthäusern leer, denn Weihnachtsstress hin oder her: An diesem besonderen Tag stellen wir uns gerne selbst an den Herd. Und viele greifen dabei ganz bewusst zu Bioprodukten – zu guter Recht, wie Gerhard Zoubek, Geschäftsführer des Adamah BioHofs in Glinzendorf im Marchfeld (www.adamah.at) weiß: „Die Weihnachtszeit ist eine sehr besinnliche Zeit, in der Genuss einen wichtigen Platz findet. Wer Biolebensmittel einkauft, kauft mit gutem Gewissen und wird mit bestem Geschmack belohnt.“

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