Genuss trotz Hitze

Der Darm ist unser größtes inneres Organ. Funktioniert er, geht es uns gut und wir fühlen uns wohl. Gerade in der warmen Jahreszeit muss der Darm Höchstleistungen erbringen. Eiskalte und warme Kost, lange in der Sonne stehende Lebensmittel und (unbekannte) Gewürze im Urlaub können Darmprobleme verursachen.

Geringere Durchblutung
Jeder kennt das: Durch die Sommerhitze erweitern sich die Blutgefäße und das Blut sackt ab in die Beine, die dann schwer und heiß werden. Darunter leidet auch die Verdauung, der damit Blut abhandenkommt, erklärt die Diätologin Nicole Strommer: „Das Verdauungssystem wird weniger durchblutet und es besteht die Gefahr von Durchfall, vor allem wenn man deftige Speisen zu sich nimmt.“ Schnitzel, Pommes und Co sind also definitiv nichts für den Sommer, denn sie sind schwer verdaulich wie Fleisch im Allgemeinen. Besonders die Kombination aus Fleisch und Fett liegt lange im Magen. „Kombiniert mit eiskalt getrunkenem Alkohol reizt das den Magen und belastet magensensible Menschen stark.“

Hitze durch eisgekühlte Getränke
Kühlen sie wirklich ab, das kalte Bier, das Eis oder die Drinks mit Eiswürfeln? Nein, ganz im Gegenteil, weiß die Ernährungsberaterin: „Gerade im Sommer sollte man Getränke mit Zimmertemperatur trinken.“ Der Körper braucht viel Energie, um kalte Speisen oder Getränke verdauen zu können. „Dabei wird Hitze frei und es wird einem heiß, wenn man kalt trinkt.“ Klingt erstaunlich, aber kalte Nahrungsmittel kosten den Körper Energie und setzen Wärme frei, statt uns abzukühlen.

Hygiene ist  das A und O
Besonders wichtig sind der sorgfältige Umgang mit Lebensmitteln und eine geschlossene Kühlkette vom Einkauf über den möglichst raschen Transport bis zur Lagerung. Am besten ist es, verderbliche Lebensmittel in speziellen Kühltaschen schnurstracks nach Hause zu transportieren und dann sofort in den Kühlschrank zu legen. Eine unterbrochene Kühlkette kann zu Durchfall führen. Auch beim Anrichten von Mahlzeiten sollte man bedenken: Je heißer es wird, umso mehr Insekten fliegen herum und setzen sich mit Vorliebe auf Kuchen, Fleisch oder Obst. Bei warmen Temperaturen vermehren sich Mikroorganismen auf Lebensmitteln besonders rasch. Viele Magen-Darm-Beschwerden im Sommer sind auf verunreinigtes Essen zurückzuführen und ließen sich vermeiden, wenn Salatschüsseln oder Kuchenbleche, in der Marinade liegendes Grillgut oder das aufgeschnittene Obst abgedeckt wären. Besonders Fleisch, Geflügel, Eierspeisen, Milchprodukte und Fisch sind optimale Nährböden für Bakterien. Salmonellen, die häufigsten Krankheitsauslöser in Lebensmitteln, können sich auch auf gekeimten Sprossen ausbreiten. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung verdirbt Fleisch bei 10 Grad fünfmal und bei 20 Grad zehnmal schneller als bei 0 Grad. Bei Temperaturen unter 6 Grad vermehren sich zumindest die Salmonellen praktisch nicht. Sie lassen sich auch durch Erhitzen auf über 70 Grad abtöten.

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