Genuss trotz Diabetes

Brot oder Nudeln aus Weißmehl, gezuckerte Cerealien, Chips und vor allem Limonaden sind nur ein paar „Genüsse“, auf die Diabetiker verzichten sollten. Auch ein Risotto ist nicht unbedingt empfehlenswert, da er klassischerweise aus weißem Reis zubereitet wird. Hingegen darf Wildreis oder brauner Reis in der Diabetiker-Küche im Topf landen. Genauso wie man sich beispielsweise Palatschinken aus Vollkornmehl zaubern kann, Vollkornpasta mit einem herrlichen Paradeisersugo oder etwa Linsensuppe (weitere Rezeptideen finden Sie übrigens auf Seite 71). Und statt des Semmerls sollte Vollkornbrot auf dem (Frühstücks-)Tisch landen, denn, so die Wiener Diätologin Rita Bugl, BSc.: „Weißmehl wird vom Körper schnell resorbiert, das heißt, zu Zucker umgebaut. Im Gegensatz dazu lassen komplexe Kohlenhydrate, die inetwa Vollkornprodukten oder Gemüse stecken, den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.“

Insulin und Glukose. Dass der Blutzucker ansteigt, ist prinzipiell nicht schlimm, sondern vielmehr eine ganz normale körperliche Reaktion, wenn wir zucker- bzw. kohlenhydrathaltige Lebensmittel konsumieren. Auf dem Weg vom Mund in den Magen und weiter in den Darm werden nämlich sämtliche Nährstoffe aufgeschlossen. So gelangt unter anderem Glukose ins Blut und das treibt den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Bei einem gesunden Menschen ist das nun das Zeichen für die Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren, um neben vielen Aufgaben auch für den Transport der Glukose in die Muskeln- und Fettzellen zu sorgen. „Das Problem beim Diabetiker ist“, so Bugl, „dass das körpereigene Insulin nicht richtig wirkt. Insulin wirkt wie eine Art Schlüssel an der Zelle, wo die Glukose in Energie umgewandelt wird, was den Blutzuckerspiegel wieder sinken lässt. Wenn aber der Schlüssel nicht passt oder zu wenig Schlüssel vorhanden sind, bleibt der Zucker im Blut. Daher spricht man von erhöhten Blutzuckerwerten.“

Typ I und II. Dennoch müssen Diabetiker nicht gänzlich auf süße Köstlichkeiten verzichten oder, wie es früher hieß, gar eine strenge Diät halten. Eine gesunde Ernährung wird allerdings empfohlen, insbesondere da es gilt, Übergewicht zu vermeiden oder abzubauen – und das gilt sowohl für Typ I als auch für Typ II. Der Unterschied besteht darin, dass der Typ-I-Diabetiker meist seit seiner Kindheit unter der Erkrankung leidet und daher den Zucker normalerweise über die Insulintherapie gut im Griff hat. Ein Freifahrschein für einen ungesunden Lebensstil mit viel Zucker, Weißmehl und wenig Bewegung sei das freilich nicht, betont Rita Bugl: „Je mehr Insulin ein Typ-I-Diabetiker benötigt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme. Insulin ist nämlich ein sogenanntes Masthormon: Je mehr Kohlenhydrate wir essen bzw. je mehr Zucker in Glukose umgebaut wird, umso mehr Insulin muss der Körper ausschütten bzw. im Fall eines Diabetikers mittels Insulinpumpe zugeführt werden. Und umso mehr Fett wird eingelagert.“ Diabetes Typ II ist in den meisten Fällen lebensstilbedingt. Sprich: bedingt durch zu zuckerhältiges, fettiges Essen und zu wenig Bewegung. Die, wenn man so will, gute Nachricht ist, dass es beim Typ-II-Diabetiker zu einer Remission kommen kann – oder, um es in Bugls Worten zu sagen: „Der Betroffene kann die Erkrankung zum Schlummern bringen, wenn er es schafft, sich gesund zu ernähren und Gewicht zu reduzieren.“

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