Gemeinsam auf zu neuen Ufern

Sicher erinnern Sie sich, wie das damals war, als Sie Ihr Baby mit einer Grimasse zum Lachen bringen konnten, als es bei jedem Fortschritt stolz auf Ihr Lob wartete, als ein Kuss von Ihnen Tränen trocknete. Die Geborgenheit, die Ihr Baby bei Ihnen gespürt hat, garantierte eine sichere Bindung und die Entstehung eines gesunden Urvertrauens.

Auch wenn die intensive Nähe zum kleineren Kind in der Pubertät verloren gehen muss, so ist es doch wichtig, einander nicht aus den Augen zu verlieren. Bindung und Vertrauen zu Eltern und/oder anderen Erwachsenen der unmittelbaren Umgebung geben Heranwachsenden Halt und Verlässlichkeit. Überzeugende Bezugspersonen helfen ihnen, sich in einer unübersichtlichen Welt zurechtzufinden.

„Ich hab dich lieb“ – schön, wenn Sie das zwischendurch zu Ihrem Sohn, Ihrer Tochter sagen. Doch allein reicht es nicht aus. Die stabile Beziehung wird im Zusammenleben der Familie (egal wie groß oder klein diese ist) gespürt und erlebt.

Der 12jährige Caspar staunt, als er seinen Freund Arthur besucht. „Wenn ich heimkomme, merkt das keiner. Ich habe einen Schlüssel, sperre auf und gehe in mein Zimmer. Bei dir kommen alle zur Begrüßung ins Vorzimmer!“

Arthur hat bisher nie darüber nachgedacht, aber er gibt zu: „Ich finde das gut. Früher haben wir uns sogar mit Bussi begrüßt, aber das will ich nicht mehr.“

Was für die eine Familie passt, muss für die andere nicht richtig sein. Aber für alle gilt: Das Familienleben gehört bewusst gestaltet – in erster Linie durch die Erwachsenen. Je älter die Kinder werden, desto mehr wollen und sollen sie mitgestalten und Veränderungen anregen. So lösen neue Rituale die alten, überholten ab. Denn Rituale sorgen in jedem Alter für Lebensqualität. Sie sind der „Fingerabdruck“ jeder Familie.

Eines der ältesten menschlichen Rituale ist das gemeinsame Essen. Hier verbinden sich Geselligkeit, Zusammenhalt, Anteilnahme, Teilen und Reden. Experten haben eine überaus positive Wirkung von regelmäßigen Familienmahlzeiten auf die kindliche Entwicklung nachgewiesen.

In Arthurs Familie werden auch Bräuche zu Feiertagen bewusst gepflegt. Allerdings wirkt Arthur schon so selbstständig, dass seine Eltern sich fragen, ob er für das bisherige Weihnachtsritual nicht zu alt ist. Beim Sonntagsfrühstück schlägt sein Vater vor: „Wie wäre es, wenn wir uns die Vorbereitungen diesmal aufteilen? Du, Arthur, schmückst den Christbaum, während wir noch die letzten Einkäufe erledigen.“
Davon will Arthur nichts hören. Vehement fordert er „Weihnachten wie immer“ mit Glöckchen, Päckchen und Keksen. Sogar einen Brief ans Christkind will er schreiben.

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